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The Rudolf Steiner Archive

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Das esoterische Christentum und die
geistige Führung der Menschheit
GA 130

19 September 1911, Lugano

2. Der Christus-Impuls im historischen Werdegang II

Meine lieben theosophischen Freunde!

[ 1 ] Mit herzlicher Befriedigung spreche ich heute zu Ihnen - hier auf den friedlichen Bergen und im Anblick des wunderbaren Sees — von jenen Dingen, die uns als die Botschaften, die Tatsachen des geistigen Lebens am tiefsten interessieren. Und wenn ich anknüpfe, meine lieben theosophischen Freunde, an die auffälligste Tatsache, die insbesondere denen entgegentritt, welche sich heute hier versammelt haben, um unsere Bergesfreunde zu besuchen, so ist es doch wohl die, dass sich eine Reihe unserer Freunde zurückgezogen hat, vielleicht nicht in die Bergeseinsamkeit, aber doch in die Bergesfriedlichkeit und Bergeslieblichkeit. Und wenn man sich dann fragt: Was liegt dabei in unseren Herzen als ein Trieb, als ein Wunsch zugrunde?, so dürfen wir diesen Trieb, diesen Wunsch vielleicht recht verwandt finden mit der heutigen Sehnsucht des Menschen nach dem Geistesleben überhaupt. Und vielleicht ist es keine Täuschung, wenn wir annehmen, dass in der Welt da draußen ein gleicher Trieb ist wie der Trieb, der manche hinausgezogen hat hierher in die Bergeseinsamkeit.

[ 2 ] Entweder weiß der Mensch oder er ahnt es, dass in allem, was uns als Natur, als Wald und Gipfel, als Wetter und Gewittersturm umgibt, eine Geistigkeit waltet, die, nach dem Ausspruche einer bedeutenden Persönlichkeit des Abendlandes, schon eine Geistigkeit ist, welche konsequenter ist als das Handeln und Fühlen und Denken des Menschen. Die Ahnung muss uns ja überkommen, dass in alledem, was uns so umgibt als Wald und Gipfel, Berg und See, der Geist spricht. Und in der Theosophie werden wir ja immer mehr und mehr gewahr, wie aus allem, was uns in der Natur umgibt, aus allem, was uns als fester Boden trägt, das, was daraus spricht, Geist ist. Wir werden in altersgraue Zeiten verwiesen und sagen uns: Wir stammen aus der geistigen Vergangenheit, sind die Kinder von alten Zeiten. So wie wir unsere Kunstwerke erzeugen, wie wir dem obliegen, was sie zu unserer Handhabung geeignet macht, so haben unsere Vorfahren ihre Werkzeuge geschaffen. Und was als Naturerscheinungen um uns ist, es ist das Produkt der Arbeit der Göttervorfahren in vergangenen uralten Zeiten. Wenn wir uns durchdringen von solch einem Gefühl, dann wird uns alle Natur nach und nach zu dem, was sie aller geistigen Wissenschaft zu allen Zeiten war. Sie wird uns zwar zu einer Maya, aber zu einer Maya, die groß und schön ist aus dem Grunde, weil sie das Werk ist des Göttlich-Geistigen. Und so gehen wir, wenn wir in die Natur hinausgehen, in die Denkmäler geistiger Arbeit der alten vorirdischen Zeit. Dann überkommt uns jenes große, jenes starke Gefühl, das durchaus eine Vertiefung des Naturgefühls bewirken und uns mit Wärme durchdringen kann.

[ 3 ] Wenn wir unser Naturgefühl befriedigen an der geistigen Wissenschaft, dann muss uns aber noch etwas anderes überkommen: dass es in gewisser Beziehung ein Privileg ist, in dem Geiste der Natur sein zu dürfen. Und das ist ein Privileg. Denn wir dürfen, ja wir müssten uns dabei wohl erinnern, wie vielen Menschen es fehlt, dieses in ihrer heutigen Inkarnation fehlt, den Schöpfungen des Naturgeistes nahezustehen. Wie viele Seelen leben heute, namentlich in den Kulturstädten, die nichts von dem Erhebenden, dem Göttlich-Geistigen in der Natur mehr fühlen können! Und wenn man mit einem durch die Geisteswissenschaft geschärften Blicke die Natur betrachtet, dann weiß man, wie innig zusammenhängt dasjenige, was wir moralisches Leben nennen - was nach dem Geistesleben das Höchste ist, das wir in diesem Leben an Streben haben -, dann weiß man, wie eng das, was wir an der Natur fühlen, zusammenhängt mit dem, was man Moral nennt.

[ 4 ] Es ist vielleicht paradox gesprochen, aber wahr ist es, dass jene Menschen, die in der Stadt verlernen müssen, wie ein Hafer-, ein Roggen- oder Gerstenkorn aussieht, auch leider abgetrennt werden in ihren Herzen von den tiefsten moralischen Quellen unseres Daseins. Wenn wir dies bedenken, betrachten wir es wohl als ein Privileg, nahe sein zu dürfen den Quellen des Geistes der Natur, denn dann verbindet sich von selbst eine solche Empfindung mit der anderen, die, erhärtet durch die Theosophie, durch die Welt gehen soll: mit der Wahrheit der Reinkarnation. Wir empfangen sie zunächst als Glaubenswahrheit, diese Wahrheit von den wiederholten Erdenleben des Menschen. Aber wie vermöchte sich eine Seele aufrecht zu erhalten in heutiger Zeit, wo zu sehen ist, auf wie gar verschiedenen Wegen die Menschen sich durch das Leben hindurchfinden, wo so krass zu sehen ist alle Ungleichheit, die auf unserer Erde notwendigerweise ausgegossen sein muss. Dann fühlt wohl der Mensch, der das Privileg hat, nahe an den Quellen der Natur zu sein, dass er nicht nur allen Grund zur Befriedigung hat, von den Wahrheiten der Theosophie wissen zu dürfen, sondern er fühlt auch alle Verantwortlichkeit, auch alle Pflicht zur Erkenntnis des geistigen Lebens. Denn was werden diejenigen Seelen, die heute das Privileg haben, in der Natur Frieden und Gesundheit genießen zu dürfen, was werden sie als ein Bestes herantragen an die Pforte des Todes? Was als ihr Bestes?

[ 5 ] Wenn wir ein wenig hineinblicken in das, was so gelehrt werden kann von den geistigen Mächten, die uns näherstehen, als sie es im neunzehnten Jahrhundert getan haben, was können wir da lernen? Da können wir ganz besonders lernen, dass wir in unserer tiefsten Seele, in unserem tiefsten Fühlen etwas anderes mitnehmen können in die folgenden Inkarnationen, wenn wir uns durchdringen mit der geistigen Wissenschaft, als wenn wir uns ihr fernhalten. Wir sind ja heute fürwahr nicht darauf angewiesen, dass wir wie eine abstrakte Lehre, wie eine Theorie aufnehmen das, was uns Geisteswissenschaft geben kann. Das, was Ihre Seelen aufnehmen, was sich in sie senkt wie eine Theorie, es ist dazu da, dass alles Leben wird. Und das, was so Leben wird, wirkt bei manchen Menschen schon heute, schon in dieser Inkarnation, sonst in der nächsten. Es wird wirkliches, unmittelbares Leben, ein Leben, von dem wir nur eine Vorstellung haben können, wenn wir uns jenem prophetischen Blick hingeben, der ja sagt: Wohin geht denn diese Entwicklung? Sie geht mit all den Früchten in das unmittelbare äußere Dasein über. Und dasjenige, was wir heute nur sagen können, heute nur aussprechen können, nur unseren Worten einverleiben können, wird Blick, Blick bei den Jüngeren, Blick bei den Älteren, Blick, der beseligend wirkt.

[ 6 ] Alle, die noch nicht haben herankommen können an die Wärme und das Licht der Geisteswissenschaft, um für sich selbst zu den Früchten dieser geistigen Wissenschaft zu gelangen, werden dann das Beseligende eines solchen Blickes empfinden! All das, was äußere Persönlichkeit sein kann, wird in Zukunft jenes Feuer in sich haben, zu dem das, was heute nur Theorie ist, das Heizmaterial abgibt. Es ist nur ein kleines Häuflein von Menschen, welche die wahren Träger sein wollen alles dessen, was in der Zukunft zu all den Menschen fließen soll, die dessen bedürfen: der wahren, echten Früchte der menschlichen Liebe und des menschlichen Mitleids. Nicht darum lernen wir Geisteswissenschaft, um für uns selbst Befriedigung zu haben, nicht um der eigenen Befriedigung willen, sondern darum, dass wir milde, segnende Hände bekommen, den milden Blick, der schon dadurch wirkt, dass er aus den Augen strahlt, dass wir verbreiten dasjenige, wovon das Auge der Quellborn ist, Quellborn von alledem, was wir geistiges Schauen nennen. Menschen, die mit solcher Gesinnung gerade so nahe leben dürfen der Natur, die sollten jetzt schon achtgeben, wie in jetziger Zeit alles sich wandelt, alles anders wird! Es wird anders, es wird nämlich anders im großen Kosmos.

[ 7 ] Es ist kein richtiges Wort, welches da sagt: Die Natur macht keine Sprünge. In der Natur gibt es immerfort Sprünge. So vom Blatt zur Blüte, von der Blüte zur Frucht. Wenn aus dem Ei das Küchlein wird, da gibt es einen Sprung. Es gibt kein unwahreres Wort als dieses, dass die Natur keine Sprünge mache. Überall gibt es Sprünge, überall plötzliche Übergänge. Und so leben wir in einer Zeit eines solchen Überganges. Und wir haben hinübergelebt in ein Jahr, das große Bedeutung hat: das Jahr 1899. Die Wende des zwanzigsten Jahrhunderts ist für die ganze kulturelle Entwicklung bedeutsam durch den Ablauf dessen, was vom Morgenländischen aus sich hineinlebt in das Abendländische, sich da hineinmischt, auf dass aufgehe dasjenige, was gerade aus dem Naturleben gesaugt werden kann als etwas Belebendes für unser tiefstes Seelenleben.

[ 8 ] Diejenigen, deren Geist geweckt ist, werden innerhalb der Naturvorgänge neue Wesenheiten sehen können. Während der Mensch, der noch nicht Hellseher geworden ist, trotz aller Wehmut über das unaufhaltsame Absterbende immer mehr erleben wird etwas Erfrischendes in der Natur, wird derjenige, dessen hellseherische Kräfte erwachen, neue elementarische Wesenheiten aus der absterbenden Natur hervorgehen sehen. Während in der groben physischen Welt verhältnismäßig wenig zu sehen sein wird von dem großen Umschwunge um die Wende des zwanzigsten Jahrhunderts, wird die geistig geöffnete Seele empfinden: Die Zeiten ändern sich, und wir Menschen haben die Pflicht, die Geisteswissenschaft vorzubereiten. Immer mehr und mehr, meine lieben theosophischen Freunde, wird es wichtig sein, solche Dinge zu beobachten und im Bewusstsein zu tragen. Denn im Willen der Menschen liegt es, ob sie solche Dinge zum Heil der Menschheit in sich aufnehmen oder an sich vorübergehen lassen wollen; dieses dann zum Unheil.

[ 9 ] Damit ist eines angedeutet: Es wird um die Wende des zwanzigsten Jahrhunderts gleichsam geboren ein immerhin neues Reich von Naturwesen, das als ein geistiger Quell aus der Natur hervorgeht und für die Menschen sichtbar und erlebbar wird. Noch ein anderes. Gewiss, es wäre eine Menschenseele stumpf, die nicht das Aufsprießen des Frühlings erkennen könnte, aber noch anderes kommt hinzu. Diejenigen, die in die Lage kommen werden, das, was eben geschildert wurde, als Tatsache der Natur zu erleben, die werden in ganz anderer Art als durch das gewöhnliche Gedächtnis solche Eindrücke bewahren. Sie werden hinübertragen - wie die Samenkörner durch den Winter in den Frühling hinein es tun - das, was ihnen entgegenströmt an neuen Elementargeistern. Was im Frühling erlebt wurde und was im Herbst erlebt wurde, das war in der Vergangenheit voneinander unabhängig: dieses Aufstrahlen der Natur im Frühling und diese Wehmut im Herbst. Dasjenige, was der Kosmos von seinem Gedächtnis hergibt, das macht, dass wir von dem, was wir im Herbst erleben, einiges hinübertragen in den Frühling hinein. Wenn wir in uns wirken lassen die Elementarkräfte des Herbstes, dann können wir in einer neuen Weise empfinden, was uns in der Zukunft gegeben wird. Alles erfährt ein Neues in der Zukunft, und es ist unsere Pflicht, dass wir uns vorbereiten, durch die Erkenntnis des Geistigen ein Verständnis dafür zu haben. Denn die Geisteswissenschaft ist nicht in die Welt gekommen durch die Willkür der Menschen, sondern weil neue Dinge geschehen in den Himmeln, die nur wahrgenommen werden können, wenn die Ergebnisse der Geistesforschung aufgenommen werden von den Menschen. Deshalb ist die theosophische Bewegung ins Leben getreten.

[ 10 ] Wie in der Natur, so ist es auch im moralischen Leben: da erfährt das Seelenleben eine Umgestaltung. Mancherlei wird auftreten, wovon die Menschen heute noch keine Ahnung haben. Nur das eine möchte ich als Beispiel erwähnen: Es wird immer mehr und mehr Menschen geben - und namentlich bei Kindern wird das herauskommen -, bei denen es so sein wird, dass, wenn der Mensch dieses oder jenes in der Zukunft tun will, diese oder jene Tat in der Welt vollbringen will, es dann in seiner Seele so sprechen wird, dass er sich gedrängt fühlt, etwas stillzuhalten und auf etwas hinzulauschen, was ihm aus der geistigen Welt gesagt wird. Eine Tatsache, die wie eine Vision vor seinen Augen steht, wird ihm entgegentreten. Er wird zuerst eigentümlich berührt werden von dieser Vision. Dann wird er - wenn er ein wenig nähergetreten sein wird der Geisteswissenschaft - erkennen, dass in ihr gegeben ist das karmische Gegenbild seiner eben getanen Handlungen. So wird die Seele darauf aufmerksam gemacht: Du musst dahin arbeiten, dass du dich aufraffst, hineinzukommen in die Evolution der Zukunft. Und es wird gezeigt, dass keine Tat geschieht ohne Wirkung. Und das wird zu einem Antriebe, der unser moralisches Leben ordnet. So werden die moralischen Triebe wie ein Karma nach und nach in unsere Seele gesenkt werden, wenn wir uns bereiten, unsere Geistesaugen und unsere Geistesohren zu öffnen für das, was aus der geistigen Welt zu uns sprechen kann.

[ 11 ] Wir wissen, dass es lange Zeit dauern wird, bis die Menschen lernen werden, im Geiste zu schauen. Aber im zwanzigsten Jahrhundert wird das beginnen, und im Laufe von dreitausend Jahren werden immer mehr und mehr Menschen dazu kommen. Die nächsten drei Jahrtausende werden von der Menschheit solchen Dingen gewidmet sein. Auf dass aber solche Dinge geschehen können, meine lieben theosophischen Freunde, fließen - auch wieder auf Anordnung der geistigen Führung der Menschheit - die Hauptströmungen der Entwicklung so, dass die Menschen immer mehr werden hindurchdringen können zum Verständnis des okkulten Lebens, so wie es heute geschildert worden ist.

[ 12 ] Zwei Hauptströmungen haben wir da. Die erste ist bekannt dadurch, dass es eine sogenannte abendländische Philosophie gibt und dass dasjenige, was elementarste Begriffe von der geistigen Welt sind, aus den reinsten Untergründen der Philosophie stammt. Und es ist merkwürdig, was sich ergibt bei einem Überblick über das, was innerhalb der Wissenschaft der abendländischen Kultur nach und nach sich zugetragen hat. Da sehen wir, wie Menschen rein intellektuell werden, wie andere auf dem Boden des religiösen Lebens stehen, aber zugleich erfüllt sind von dem, was nur geben kann das hinter allem stehende Schauen der geistigen Welt. Überall sehen wir ein Geistesleben aus der abendländischen Philosophie herausquellen. Ich will nur nennen Wladimir Solowjow, den russischen Philosophen und Denker, einen wirklichen Hellseher, wenn er auch nur dreimal in seinem Leben hineinblicken konnte in die reine geistige Welt: Das erste Mal als neunjähriger Knabe, das zweite Mal im Britischen Museum, und zum dritten Mal, als er in der Wüste in Ägypten war und den ägyptischen Sternenhimmel über sich hatte. Da brach über ihn herein, was nur mit hellseherischem Blick zu sehen ist. Daraus erblühte in ihm dasjenige, was sich ausdrückte als Zukunftssehen der Menschheitsevolution. Es quillt das hervor, was — durch reine Anstrengung des Geistes Schelling und Hegel erreicht haben. Da sie einsam gestanden haben auf den Höhen des Denkens, dürfen wir sie auch hier hinstellen auf den Gipfel, wo nachher stehen werden alle Gebildeten. Das alles ist ja gesprochen worden im Verlaufe der letzten Jahrhunderte und besonders in den letzten vier Jahrhunderten. Wenn wir das überblicken und mit den Methoden des praktischen Okkultismus bearbeiten - und das ist geschehen in der letzten Zeit -, um gerade das zu erforschen, was die rein intellektuellen Köpfe von Hegel bis Haeckel ausgeklügelt haben, so sehen wir auch in dieses hineinwirken die okkulten Kräfte. Und ein ganz merkwürdiges Resultat ergibt sich da: Wir können von einer reinen Inspiration gerade bei denen sprechen, die uns am wenigsten so erscheinen. Wer hat sie inspiriert, alle die Geister, die auf rein intellektuellem Boden stehen? Wer hat dieses Geistesleben angefacht, das aus jedem Buche spricht, das bis hinab in die niederen Hütten geht? Woher kommt alles das, was abstraktes Geistesleben in Europa ist und ein merkwürdiges Resultat darstellt?

[ 13 ] Wir wissen es ja alle, wie sich das große Ereignis zugetragen hat, das geschildert wird. Einst hatte sich eine große Individualität der Menschheitsentwicklung, eine der Individualitäten, die wir mit dem Namen Bodhisattva bezeichnen, inkarniert im Königshaus des Suddhodana. Wir wissen alle, dass diese Individualität bestimmt war, aufzusteigen zu der nächsten Würde, die auf die des Bodhisattva folgt. Jeder Mensch, der höher steigt und der bis zur Würde eines Bodhisattva kommt, der muss als letzte Inkarnation ein Buddha werden. Was bedeutet diese Buddha-Würde? Was bedeutet sie insbesondere bei dem einen Bodhisattva, der als Gautama Buddha zur Buddha-Würde gelangte? Sie bedeutet, dass der Buddha - und das ist ja bei jedem Buddha der Fall - nicht mehr in einem fleischlichen Leibe sich auf Erden zu verkörpern braucht. Und so war, wie ein jeder Buddha, der Gautama Buddha dazu ausersehen, hernach von der geistigen Welt herab zu wirken. Niemals sollte er wieder auf Erden physisch herumgehen; aber dasjenige, was er erreicht hat von Inkarnation zu Inkarnation, das machte ihn fähig, fortan immer herunterzuwirken in unsere irdische Kultur.

[ 14 ] Die erste große Tat, die er vollbrachte, die, wie ich in Basel angedeutet habe, der Buddha als ein rein geistiges Wesen zu vollbringen hatte, war die, dass er bei jenem Jesusknaben, den uns das LukasEvangelium schildert, in den astralischen Leib hinein die Kräfte schickte, die im Sinne jenes Spruches, den wir ja immer als Weihnachtsspruch sagen, zum Ausdruck kommen: Es offenbaren sich die Geisteswesen der Höhen, und Friede soll sein in den Menschen auf Erden, die einen guten Willen in sich haben.

[ 15 ] Wenn unsere Seele von jenem Spruch berührt wird, in welchem Engelwesen in der Aureole schweben über dem Engelskinde, so sollen wir wissen, dass in jene Jesus-Aura die Kräfte des Nirmanakaya des Buddha wirken. Seitdem sind die Geisteskräfte des Buddha einverleibt worden den höchsten Individualitäten in den sich vollziehenden Tatsachen, von welchen das Mysterium von Golgatha spricht. Sodass seine Kräfte weiterwirken auch in jener Weltanschauungsströmung der Philosophen des Abendlandes. Aus der geistigen Welt heraus ist er selbst der Antrieb zu dem Leben, das bis zum Verstande durchgedrungen und sich dann verirrt hat.

[ 16 ] Wenn wir heute Leibniz und Schelling und Solowjow lesen und uns fragen: Wie sind sie inspiriert?, so ist es durch das Wesen, das im Palaste des Suddhodana geboren wurde, das vom Bodhisattva zum Buddha aufgestiegen ist und dann selbstlos weitergewirkt hat. So selbstlos hat er weitergewirkt, dass wir heute zurückgehen können in Zeiten, wo im Abendlande nicht einmal der Name des Buddha genannt wurde. Von dem zum Buddha gewordenen Bodhisattva findet Ihr den Namen nicht, nicht einmal bei Goethe! Er lebt aber in allem, das wisst Ihr. Er hat so viel Verständnis gefunden, dass er in der abendländischen Literatur namenlos weiterlebt. Das wusste das Mittelalter auch; nur erzählen sie es uns damals nicht so. Sie erzählen etwas anderes.

[ 17 ] Es war im achten Jahrhundert, da lebte Johann von Damaskus, der da ein Buch geschrieben hat in Romanform. Über was? Er erzählt, es habe einmal gelebt ein bedeutender Lehrer, welcher der Lehrer wurde des Josaphat, der den Josaphat unterrichtete in dem, was die Geheimlehre ist, was die großen christlichen Wahrheiten sind. Und wenn man alledem nachgeht, so findet man in der ganzen Erzählung darauf bezügliche Wahrheiten. Man findet auch Erzählungen aus der buddhistischen Literatur. Wir verfolgen dieselbe Sache und kommen auf eine Legende: jene Legende, die da erzählt, dass der Buddha weitergelebt hat, allerdings nicht in irdischer Menschenform, sondern in tierischer, in der Form eines Hasen. Und als einmal ein Brahmane ging und einen Hasen fand - der die Maske des Buddha war, da klagte der Brahmane ihm das Elend der Menschen draußen, und da hat der Buddha in einem Feuer, das er sich selber bereitete, sich selber gebraten, um der Menschheit zu helfen. Der Brahmane nahm ihn und versetzte ihn in den Mond. Wenn man weiß, dass der Mond das Symbol der immerdar dauernden Weisheit ist, die in der Brust der Menschen lebt, dann sieht man, dass in den alten Legenden ein Bewusstsein ausgebildet und dargelegt worden ist von der Aufopferung des Buddha.

[ 18 ] Was ist die Aufgabe des Buddha da draußen in der Welt des Geistes? Es ist seine Aufgabe, immerdar in unseren Herzen zu entzünden jene Kräfte, aus denen herausgeholt werden kann hohe Weisheit. Als eine solche müssen wir die eine Strömung verstehen, die durch unsere Welt fließt, meine lieben theosophischen Freunde: Es ist die BuddhaStrömung. Sie ist auch in der einen Form repräsentiert, die durch unser Jahrhundert fließt, wenn auch verabstrahiert. Wir müssen aber suchen, die okkulte Bedeutung einer jeden Geistesform zu erkennen. Zu dieser Strömung tritt die andere hinzu, die ihren Anfang genommen hat in dem Mysterium von Golgatha, die sich mit der Buddha-Strömung zu einer notwendigen Ganzheit verknüpft hat und die wir ebenso aufnehmen müssen im irdischen Leben. Diese Strömung, die von Golgatha ausgeht und an der teilnehmen müssen alle Menschen, die kommt nicht nur innerlich an den Menschen heran, sondern sie ist eine solche Strömung, dass sie unser gesamtes Erdendasein durchdringt.

[ 19 ] Während wir in der Buddha-Strömung, wie in jeder anderen, eine solche haben, die uns alle als Menschen betrifft, haben wir in der Christus-Wesenheit einen kosmischen Einschlag. Alle Bodhisattvas gehören zu den Individualitäten, die das Leben hier auf Erden durchmachen, gehören zur Erde. Die Christus-Individualität kommt von der Sonne und betritt die Erde erst mit der Johannestaufe, sie ist nur während drei Jahren in dem physischen Leibe des Jesus von Nazareth. Das Charakteristische dieser Christus-Individualität ist, dass es ihr bestimmt ist, nur während drei Jahren in der irdischen Welt zu wirken. Es ist dieselbe Wesenheit, auf die der Zarathustra hinwies, indem er sie den Ahura Mazdao nannte, der hinter der sichtbaren Sonne steht, dieselbe, von der die heiligen Rishis kündeten und von der die Griechen sprachen als von der Wesenheit, die dem Pieroma zugrunde liegt. Es ist die Wesenheit, die nach und nach zum Geiste unserer Erde geworden ist, zur Aura unserer Erde, seitdem ihr Blut auf Golgatha geflossen ist. Der Erste, der sie so sehen durfte, dass er nicht unmittelbar durch das physische Ereignis dazu angeregt war, das war Paulus.

[ 20 ] So ist etwas geschehen durch das Golgatha-Ereignis, das einen ganz neuen Tatsachenablauf in unsere Erdenentwicklung gebracht hat. Vorher war alles da, um durch die mannigfaltigen Religionen die verschiedensten Begriffe aufzunehmen. Was aus der BuddhaReligion herüberwirkte, indem die Buddha-Wesenheit in die AstralAura des Jesus hineinstrahlte, und was ich erzählt habe: dass aus der Natur heraus die Seele Neues erkennen und empfunden wird, das bedeutet nichts anderes, als dass ebenso, wie die Christus-Individualität durch die Taufe herabgestiegen ist in den physischen Leib, in ihm verweilte bis zu dem Ereignis von Golgatha und so als physisches Ereignis auf dem physischen Plan da war, sie nun ebenso beginnen wird eine neue Wirksamkeit in der Ätherwelt. Wir können also von einer physischen Verkörperung sprechen bei dem Ereignis der Johannestaufe bis zu Golgatha hin und jetzt von einem ätherischen Wiedererscheinen.

[ 21 ] Indem der Ätherleib sich ausbildet, auch durch Herbsteseindrücke, die der Mensch in sich hineinverwebt, wird wahrgenommen der ätherische Christus. Wozu war der physische Christus da? Dazu, dass der Mensch sich höher hinaufentwickeln konnte, um sich dann fähig zu machen, den Christus immer mehr im Ätherischen wahrzunehmen.

[ 22 ] Sodass wir sagen können: Wir sind in diesem Vortrag ausgegangen von jenen elementaren Geistern, die sich geltend machen in der Natur, wir sind aufgestiegen von jenen eigentümlichen Visionen, die uns dazu bewegen, innezuhalten in unserem Tun und auf das innere Wort zu lauschen, und wir sehen in dem allem, in diesen vor uns ausgebreiteten Ereignissen, die sich gruppieren um einen Mittelpunkt, dass die Menschen, die sich in richtiger Weise zur geistigen Welt hinfinden - und hier meine ich nicht den geistig geschulten Hellseher, der immer den Christus hat finden können, sondern die Menschen in ihrer natürlichen Entwicklung -, dass diese Menschen den Christus als Äthererscheinung schauen werden: ihn, der nur vom Äther aus eingreifen wird in das Weltgeschehen. Wir sehen, wie sich alle diese Ereignisse um das zukünftige Christus-Ereignis gruppieren. Und wenn wir den ganzen geistigen Werdegang in seiner fortschreitenden Entwicklung nehmen, so sehen wir: Der im Liebesfeuer sich hinopfernde Buddha ist der Inspirator unserer Wissenschaft.

[ 23 ] Diejenigen Menschen, die mit Aufmerksamkeit solche Dinge lesen wie «Die Prüfung der Seele», die ich in München aufführen lassen durfte, und die vernehmen, wo all die geheimnisvollen Kräfte liegen, die auf das hinweisen, was in der Natur um uns herum ist, die achtgeben auf die Weisheit der Zukunft, auch wenn die Weisheit der Zukunft oft die Torheit der Gegenwart ist, so wie die Weisheit der Gegenwart oft die Torheit der Zukunft ist, sie werden gewahr werden, dass es geben wird eine vom Christus-Impulse durchzogene Chemie, eine vom Christus-Impuls durchzogene Botanik und so weiter. Nicht wesenlose Moleküle liegen dem zugrunde. Alles, was draußen in der Natur sich ausbreitet, es kommt vom Geiste. So ist die Blume eine ätherische Wesenheit, und andrerseits ist durch diese Blume der Geist von außen in die Erde hineingedrungen. In dem, was da aus der Erde heraus an Formen hervorsprießt, zeigt sich uns der höchste Sinn. Man wird nicht nur erkennen durch den Glauben, sondern man wird wissend werden.

[ 24 ] Damit haben wir die zweite Strömung vor unsere Seele gestellt, die sich mit der ersten verbinden soll. Viel Überraschendes werden die nächsten Jahre der Erde bringen. In allen Dingen, die in solcher Weise auftreten werden, können wir das Christus-Prinzip wahrnehmen, während wir den Buddha-Impuls mehr innerlich gewahr werden. Daher können wir auch nur durch Verständnis für jene erhabenen Maßnahmen, die von der geistigen Führung der Welt aus geschehen, uns Klarheit verschaffen, wie wir den Christus-Impuls verfolgen können, wie er es ist, der im historischen Werdegang die eine Individualität in die andere hinüberführt. Was bietet für den Erkenntnisdrang des denkenden Menschen eine solche Erscheinung, wie sie im Westen sich zeigt, wo alles Denken sich mehr ausdrückt in der Art - nennen wir, um ein Beispiel zu haben — von Galilei oder wiederum im Osten sich ausdrückt in der Art des Wladimir Solowjow? Wenn wir das sehen, so erkennen wir, wie objektiv der Christus-Impuls wirkt. In ähnlicher Weise können wir in dem, was draußen in der Welt geschieht, überall den Christus-Impuls sehen.

[ 25 ] Größtes wird sich vollziehen in den nächsten Kulturperioden. Was in der vierten nur wie ein Traum des großen Märtyrers Sokrates erstand, das wird als Wirklichkeit dastehen. Was war denn dieser groRe Impuls des Sokrates? Er wollte, dass der, welcher ein moralisches Gesetz erlebt und es so durchschaut, dass er davon ergriffen wird, auch in entsprechender Weise als moralischer Mensch handeln solle. Bedenken wir, wie weit wir davon noch entfernt sind, wie viele sagen können: das muss geschehen -, aber wie wenige die innere Kraft, die Stärke der Moral dazu haben! Dass die moralischen Lehren so klar durchschaut und die moralischen Gefühle so sicher entwickelt werden, dass es gar nichts geben kann, was wir erkennen, ohne den Impuls zu haben, es mit Feuer auszuführen, dass dies wirklich in den menschlichen Seelen heranreifen kann, nicht nur eingesehen wird, dass es gar nicht anders sein kann, als dass ein moralischer Impuls auch zur Tat wird: das hängt davon ab, dass sich die Menschen in die zwei gekennzeichneten Geistesströmungen einleben. Dann werden unter dem Einflusse der beiden Strömungen immer mehr und mehr jene Menschen heranreifen, welche vermögen, vom Empfinden, vom moralischen Erkennen, vom moralischen Impuls zur Tat vorzuschreiten.

[ 26 ] Wodurch wird in der Menschheit bewirkt, dass diese beiden Strömungen zusammenschmelzen, um von innen heraus durch den Buddha den Christus ergreifen zu können? Es wird dadurch bewirkt, dass das Amt des Bodhisattva niemals unausgefüllt geblieben ist. In dem Momente, wo der Bodhisattva zum Buddha wurde, da kam ein anderer zur Bodhisattva-Würde. Und es kam jene Individualität, von der wir wissen, dass sie etwa hundert Jahre vor dem Jesus von Nazareth als Essäer gelebt hat. Eine Persönlichkeit, die leider verleumdet und verkannt worden ist, zum Beispiel durch den Schriftsteller Celsus, durch Haeckels «Welträtsel» insbesondere. Jene Persönlichkeit, die also ein volles Jahrhundert vor dem Mysterium von Golgatha gewirkt hat, die bekannt ist als Jeshu ben Pandira, die eine der Verkörperungen jenes Bodhisattva, der Nachfolger wurde des Gautama, des zum Buddha gewordenen Bodhisattva. Er wird noch als Bodhisattva wirken, bis dreitausend Jahre verflossen sind, und dann, wenn so fünftausend Jahre vollendet sein werden, seitdem der Buddha unter dem Bodhibaum seine Erleuchtung empfing, wird auch er zum Buddha werden. Es weiß jeder ernste Okkultist, dass fünftausend Jahre nach der Erleuchtung des Gautama Buddha unter dem Bodhibaume jene Individualität, die fortlebt als Bodhisattva, dann zum MaitreyaBuddha geworden sein wird. Bis dahin wird er sich noch öfter verkörpern. Und dann, wenn die fünftausend Jahre um sind, wird eine Lehre auftauchen: die Lehre des Maitreya-Buddha, dem Buddha des Guten, wo das, was gesagt wird, zugleich moralisch wirkt. Worte, um diese Wirkung zu schildern, sind jetzt noch nicht in entsprechender Kraft da. Das kann nur in der geistigen Welt geschaut werden, und es wird der Mensch, um es zu empfangen, erst reif dazu werden müssen. Das Besondere dieses Maitreya-Buddha ist, dass er in gewisser Weise nachzuahmen haben wird, was in dem Ereignis von Golgatha geschehen ist.

[ 27 ] Wir wissen, wie die Buddha-Individualität in den Jesus von Nazareth eingezogen ist und nur noch von außen auf die Erdenentwicklung einwirkt. Alle, die als Bodhisattva leben und einmal zum Buddha werden, haben auf Erden das Schicksal, das jeder ernste Okkultist sehen kann: Sie sind in gewisser Beziehung in ihrer Jugend unbekannte Menschen. Die etwas von ihnen wissen, sehen in ihnen vielleicht begabte Menschen, sehen aber nicht, dass die BodhisattvaWesenheit sie durchzieht. So war es immer, und so wird es auch im zwanzigsten Jahrhundert sein. Nur in der Zeit, die zwischen dem dreißigsten und dreiunddreißigsten Jahre liegt - dieselbe Zeitspanne wie zwischen der Taufe im Jordan und Golgatha -, wird es zu erkennen sein. Da vollzieht sich eine Umwandlung mit dem Menschen, der dann seine Individualität bis zu einem gewissen Grade opfert und einer andern Individualität Haus wird, wie die Jesus-Individualität den Christus hat einziehen lassen.

[ 28 ] Die Bodhisattva-Inkarnationen, die jene des künftigen MaitreyaBuddha sind, treten in unbekannten Menschen auf. Diese wirken als einzelne Menschen und durch ihre eigene Kraft. Es wird der Maitreya-Buddha auch wirken durch die eigene Kraft und entgegen der Meinung der tonangebenden Menschen. Unbekannt bleibt er in der Jugend. Und wenn er im dreißigsten Jahr hinopfern wird scine Individualität, dann wird er so auftreten, dass in seinen Worten moralisch wirken wird, was er sagt. Fünftausend Jahre, nachdem der Buddha unter dem Bodhibaume erleuchtet ward, wird auch sein Nachfolger zur Buddha-Würde aufsteigen und wird sein der Bringer des moralisch wirkenden Wortes. Jetzt sprechen wir: «Im Urbeginn war das Wort.» Dann werden wir sagen dürfen: In dem Maitreya-Buddha ist uns der größte Lehrer gegeben, der da erschienen ist, um den Menschen das Christus-Ereignis in seinem vollen Umfang deutlich zu machen. - Das Eigentümliche an ihm wird sein, dass er, als der größte Lehrer, das erhabenste Wort bringen wird, das höchste Wort.

[ 29 ] Da so oft das Große, das in richtiger Weise in die Welt gebracht werden sollte, so falsch verstanden wird, müssen wir versuchen, uns zu dem, was da kommen soll, vorzubereiten. Und wenn wir uns dem Geiste nähern wollen, da wo der Geist der Natur zu uns auch moralisch spricht, dann dürfen wir uns sagen: In gewisser Beziehung ist alle Geisteswissenschaft Vorbereitung, damit wir verstehen lernen ein solches Wort, wie es gesprochen wurde dem vergangenen Ereignis gegenüber, als wir von dem Wandel der Zeiten sprachen.

[ 30 ] Neue Zeiten zogen heran, als der Johannes den Christus verkündete. Von neuen Zeiten, denen gegenüber es nötig ist, dass unser Sinn sich ändere, von solchen neuen Zeiten dürfen wir auch heute in gewissem Sinne sprechen. Unbeschadet der großen Kulturmittel, die kommen werden in der äußeren Welt, soll des Menschen Sinn sich so ändern, dass seine Seele etwas übrig hat auch für das Hineinblicken in die geistige Welt, die in einer neuen Art sich verkünden wird gerade in der Zeit, in der wir leben. Ob hier in diesem Leben etwas davon sichtbar sein wird, ob an der Pforte des Todes oder bei der neuen Geburt - wir werden nicht nur sehen diese neue Welt, sondern aus dieser neuen Welt heraus wirken. Und das Beste, was oft in uns ist, das kommt dadurch zur Auswirkung, dass von den Pforten des Todes her, aus der anderen Welt, Wesenheiten diese Kräfte in uns senden. Und diese Kräfte werden auch wir senden dürfen, wenn wir durch die Pforte des Todes so schreiten, dass wir uns hier dasjenige erwerben, was wir als notwendige Änderung für unsere Zeit erkennen und wovon ich mir gestattet habe, Ihnen heute etwas zu sagen.