Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Spiritual Entities
in Heavenly Bodies and Nature Realms
GA 136

11 April 1912, Helsinki

Translate the original German text into any language:

Achter Vortrag

Eighth Lecture

[ 1 ] Es wird gut sein, gleich im Beginne des heutigen Vortrags darüber zu sprechen, inwiefern überhaupt für das menschliche Anschauen, für die menschliche Wahrnehmung und Erkenntnis der physische Kosmos eine Bedeutung hat, das physische Weltsystem, das wir gestern in bezug auf seine Teile — wenigstens in bezug auf einzelne seiner Teile — einer Betrachtung unterzogen haben. Wir haben gestern von dem Kometenleben, dem Fixsternleben, dem solarischen Leben, von dem planetarischen und dem lunarischen, dem Leben der Monde gesprochen. Wenn man so vom Standpunkte des gewöhnlichen Bewußtseins aus von diesen Himmelskörpern spricht, so meint man ja natürlich nur die Himmelskörper, die das Auge wahrnimmt. Nun haben wir im Laufe unserer Vorträge eigentlich dieses System von Himmelskörpern, man könnte sagen, ersetzt durch etwas anderes. Wir haben es ersetzt durch die Betrachtung entsprechender geistiger Wesenheiten, die wir als die Glieder der verschiedenen Hierarchien anerkannt haben. Vielleicht wird dasjenige, was eigentlich damit hat gesagt sein sollen, noch klarer, wenn wir folgendes erwähnen. Wir haben als die unmittelbar über den Menschen stehende Kategorie von Wesenheiten die Angeloi oder Engelwesenheiten gefunden. Wir haben auch gezeigt, wie eigentlich der Mensch, wenn er zu einer Anschauung der geistigen Welt, der übersinnlichen Welt kommen will, sich gewissermaßen hinauforganisieren muß zu dieser nächsten Wesenheit, die über ihm steht, wie er gleichsam lernen muß, mit der Wahrnehmungsart des Engels oder der Angeloi die Welt anzusehen. Nun können wir ja auch die Frage aufwerfen: Wenn nun solch ein Wesen der nächsthöheren Kategorie innerhalb der Rangordnung unserer Hierarchien in seiner Wahrnehmung, die wir Offenbarung nennen, sich ein Bewußtsein von dem Kosmos erwirbt, wie sieht dann für ein solches Wesen der Kosmos aus? Wenn wir diese Frage beantworten, dann wird uns noch klarer werden, was eigentlich hat gesagt werden sollen. Ein solches Engelwesen würde nämlich draußen im Kosmos von all dem, was wir sehen und wovon wir ja wissen, daß es eine Maja, eine Illusion ist, was wir nur hervorrufen durch menschliches Anschauen, in einer solchen Weise nichts sehen. Das müssen wir uns ganz klar vor die Seele stellen. Aber ein Engelwesen würde dafür sehen oder wahrnehmen in seiner Art, so wie wir es beschrieben haben, das verschiedene Zusammenwirken der Wesenheiten der Hierarchien, das wir angeführt haben. Statt daß ein solches Wesen davon sprechen würde, daß da oben der Mars ist, würde es vielmehr sagen: Da oben wirken zusammen in der Weise, wie wir das charakterisiert haben, diese oder jene Wesenheiten der höheren Hierarchien. — Das heißt, für diese Wesenheiten, für die Engel oder Angeloi, würde unmittelbar das ganze kosmische System als eine Summe von geistigen Wirksamkeiten erscheinen. Ja, als was würden denn einem solchen Wesen unsere für unsere Augen sichtbaren Planeten und andere Himmelskörper erscheinen?

[ 1 ] It would be good to begin today’s lecture by discussing the extent to which the physical cosmos—the physical world system that we examined yesterday in terms of its parts, or at least some of its parts—has any significance for human observation, perception, and understanding. Yesterday we spoke of the life of comets, the life of fixed stars, solar life, planetary life, and lunar life—the life of the moons. When one speaks of these celestial bodies from the standpoint of ordinary consciousness, one naturally means only those celestial bodies that the eye perceives. Now, in the course of our lectures, we have actually, so to speak, replaced this system of celestial bodies with something else. We have replaced it with the consideration of corresponding spiritual beings, whom we have recognized as the members of the various hierarchies. Perhaps what was actually meant by this will become even clearer if we mention the following. We have identified the Angeloi, or angelic beings, as the category of beings standing immediately above human beings. We have also shown how, in fact, if a human being wishes to attain a vision of the spiritual world, the supersensible world, they must, so to speak, organize themselves upward to this next being standing above them, just as they must, as it were, learn to view the world through the mode of perception of the angel or the Angeloi. Now we can also raise the question: If such a being of the next higher category within the hierarchy of our hierarchies, in its perception—which we call revelation—acquires a consciousness of the cosmos, what does the cosmos look like to such a being? If we answer this question, it will become even clearer to us what actually needed to be said. For such an angelic being would, in the cosmos, see nothing of all that we see—and of which we know it is a maya, an illusion, brought about solely by human perception—in such a way. We must hold this very clearly before our soul. But an angelic being would instead see or perceive, in its own way as we have described, the various interactions of the beings of the hierarchies that we have mentioned. Instead of such a being speaking of Mars being up there, it would rather say: Up there, these or those beings of the higher hierarchies are working together in the manner we have characterized. — That is to say, to these beings, to the angels or angeloi, the entire cosmic system would appear directly as a sum of spiritual forces. Indeed, how would the planets and other celestial bodies visible to our eyes appear to such a being?

[ 2 ] Wir dürfen über diese Dinge reden aus dem Grunde, weil wir ja von der ganzen übersinnlichen Welt, die dem Planetensystem oder dem Himmelssystem, dem Kosmos überhaupt zugrunde liegt, gar nicht sprechen könnten, wenn wir uns nicht durch okkulte Schulung gewissermaßen künstlich hineinversetzen könnten in die Anschauungsweise eines solchen Wesens. Denn hellsichtig sein heißt nichts anderes, als in sich die Möglichkeit hervorrufen, die Welt so zu sehen, wie ein solches Wesen die Welt sieht. Also auch für das hellsichtige Bewußtsein verschwinden eigentlich die Formen, diese Lichtformen der gewöhnlich für das Auge sichtbaren Himmelskörper. Die sind nicht mehr da, die verschwinden. Dagegen bekommt das hellsichtige Bewußtsein und also, wie gesagt worden ist, auch das Bewußtsein eines solchen Engelwesens doch auch einen Eindruck von dem, was dem physischen Himmelskörper entspricht. Den Mond, den Mars, so wie sie ein Erdenbewohner sieht, kann das hellsichtige Bewußtsein nicht wahrnehmen, denn das wäre ja physisch gesehen, aber wissen kann das hellsichtige Bewußtsein dennoch von dem, was da ist. Nun möchte ich Ihnen eine Vorstellung davon hervorrufen, wie das, was das hellsichtige Bewußtsein von einem solchen Himmelskörper weiß, geartet ist.

[ 2 ] We are able to speak about these things because we could not possibly speak of the entire supersensible world—which underlies the planetary system, the celestial system, and the cosmos as a whole—if we were not able, through occult training, to place ourselves, as it were, artificially into the perspective of such a being. For to be clairvoyant means nothing other than to evoke within oneself the ability to see the world as such a being sees it. Thus, for the clairvoyant consciousness as well, the forms—these light forms of the celestial bodies normally visible to the eye—actually disappear. They are no longer there; they vanish. On the other hand, the clairvoyant consciousness, and thus, as has been said, the consciousness of such an angelic being, does receive an impression of what corresponds to the physical celestial body. The clairvoyant consciousness cannot perceive the Moon or Mars as an earth dweller sees them, for that would be from a physical perspective; yet the clairvoyant consciousness can still know what is there. Now I would like to give you a mental image of the nature of what the clairvoyant consciousness knows about such a celestial body.

[ 3 ] Sie können sich, allerdings zunächst theoretisch, denn das Praktische ergibt erst die okkulte Schulung, eine Vorstellung davon machen, wenn Sie sich einmal vor Augen stellen, was in Ihrer Seele ein Gedächtnisbild ist, eine Erinnerung, ein Vorstellungsbild von dem, was Sie gestern oder vorgestern erlebt haben. Nicht wahr, dieses Vorstellungsbild, das in Ihrer Seele liegt, das unterscheidet sich von dem Vorstellungsbild einer Sache, die gerade vor Ihren Augen steht. Die sehen Sie mit aller nur notwendigen Intensität. Wenn Sie sich morgen erinnern an diese Rose, dann haben Sie das Erinnerungsbild von dieser Rose. Machen Sie sich nun klar, wie sich in Ihrem Gemüte, in Ihrer Seele das bloße Erinnerungsbild von demjenigen unterscheidet, was als Wahrnehmungsbild durch den unmittelbaren Eindruck entsteht, dann haben Sie die Möglichkeit zu verstehen, wie das hellsichtige Bewußtsein die Himmelskörper wahrnimmt. Es versetzt sich also hellseherisch in die Welt, und wenn es sich zum Beispiel in den Mars, in den Mond versetzt, so weiß es unmittelbar nicht, was jetzt vor dem Auge erscheinen würde, wenn man den Himmelskörper physisch betrachten würde, aber es hat durch dieses Sichversetzen etwas in sich, was man nicht anders bezeichnen kann als ein Erinnerungsbild, als ein Gedächtnisbild. Und so ist es mit allem, was uns für das gewöhnliche normale Bewußtsein im Kosmos als physische Himmelskörper entgegentritt. Für das hellseherische Bewußtsein stellt sich das alles so dar, daß wir unmittelbar wissen: Das alles, was uns da erscheint, das ist eigentlich etwas Vergangenes, das ist etwas, was volles Leben in der Vergangenheit gehabt hat, und so, wie es in der Gegenwart ist, ist es eigentlich nicht in seiner ursprünglichen lebendigen Gestalt uns erscheinend, sondern vergleichsweise so wie ein Schneckenhaus, aus dem die Schnecke fort ist. Das ganze physische System von Himmelskörpern ist ein Zeugnis für lauter Vergangenheiten, für lauter vergangene Geschehnisse. Während wir auf unserer Erde mit den Dingen gleichzeitig sind, die vor unsere physischen Augen treten, ist das, was wir im gestirnten Himmel sehen, weil es nicht einen Zustand darstellt, der der lebendigen Gegenwart entspricht, erst recht eine Maja, es stellt etwas dar, was eigentlich seine volle Bedeutung in der Vergangenheit hatte und zurückgeblieben ist. Die physische Himmelskörperwelt stellt die Reste vergangener Taten der entsprechenden Wesenheiten der Hierarchien dar, die nur noch in ihrer Nachwirkung hereinreichen in die Gegenwart.

[ 3 ] You can form an idea of this—albeit initially only in theory, since practical application comes only through occult training—by visualizing what constitutes a mental image, a memory, or a mental picture in your soul of what you experienced yesterday or the day before. Isn’t it true that this mental image, which lies within your soul, differs from the mental image of an object that is right before your eyes? You see that with all the necessary intensity. When you recall this rose tomorrow, you will have the memory image of this rose. Now realize how, in your mind, in your soul, the mere memory image differs from what arises as a perceptual image through immediate impression; then you will have the opportunity to understand how clairvoyant consciousness perceives the celestial bodies. It thus projects itself clairvoyantly into the world, and when it projects itself, for example, into Mars or the Moon, it does not immediately know what would now appear before the eye if one were to physically observe the celestial body; but through this projection, it possesses within itself something that can be described as nothing other than a mental image, a memory image. And so it is with everything that appears to us in the cosmos as physical celestial bodies in our ordinary, normal consciousness. To the clairvoyant consciousness, all this presents itself in such a way that we know immediately: everything that appears to us there is actually something past, something that had a full life in the past, and just as it is in the present, it does not actually appear to us in its original living form, but rather, comparatively speaking, like a snail shell from which the snail has departed. The entire physical system of celestial bodies is a testimony to nothing but the past, to nothing but past events. While on our Earth we are in the same moment as the things that appear before our physical eyes, what we see in the starry sky—because it does not represent a state corresponding to the living present—is all the more a maya; it represents something that actually had its full significance in the past and has been left behind. The physical world of celestial bodies represents the remnants of past deeds of the corresponding beings of the hierarchies, which reach into the present only through their aftereffects.

[ 4 ] Wir wollen die Sache noch genauer betrachten, indem wir versuchen, auf ein konkretes Beispiel einzugehen. Wenn wir unseren Erdenmond betrachten, dann hat das hellsichtige Bewußtsein, das von allem übrigen abstrahiert und sozusagen sich nur dem Monde gegenüberstellt, den eigentümlichen Eindruck, daß der äußere physische Mond verschwindet und an dessen Stelle etwas tritt, was einen Eindruck macht, wie man ihn gegenüber einer Erinnerungsvorstellung hat. Man hat den Eindruck, daß uns das, was da dem physischen Auge sonst erscheint — was ja natürlich physisch da ist, aber alles Physische ist eben eine Maja —, im Grunde genommen den Eindruck erzählt von einer Vergangenheit, wie uns auch eine Erinnerungsvorstellung von einer Vergangenheit erzählt. Und lassen wir das alles auf uns wirken, was da jetzt beginnt, uns von einer Vergangenheit zu erzählen, so sagt uns der Eindruck: Wenn das, was da eigentlich vor unser okkultes Auge tritt, so wie es da auftritt, wirken würde, wenn es nicht durch andere Dinge in seiner Wirkungsweise paralysiert würde, dann könnte durch die Nachbarschaft dessen, was wir da am Monde wahrnehmen, unsere Erde überhaupt nicht in ihrer gegenwärtigen Gestalt bestehen. Der Mond erzählt uns etwas für das okkulte Bewußtsein, was nicht geschehen dürfte, so wie es sich darstellt, wenn unser Erdenleben überhaupt möglich sein soll. Wenn dasjenige, was sich uns da darstellt, nicht, ich möchte sagen, paralysiert würde durch andere Dinge, so würde zum Beispiel der Mensch durch das, was in bezug auf den Mond uns der Planet selber erzählt, in seinem jetzigen Leben gar nicht möglich sein. Dagegen würde das gegenwärtige Tierleben auf der Erde, auch das Pflanzenleben und das Wirken innerhalb der mineralischen Welt nicht besonders beeinträchtigt. Gewisse Wesenheiten allerdings aus dem tierischen und dem pflanzlichen Reich würden andere Gestalten haben müssen, das erkennen wir unmittelbar durch die Kräfte, die mit aller Vehemenz auf uns wirken vom Mond herunter, aber im wesentlichen wäre doch tierisches, pflanzliches und mineralisches Leben auf unserer Erde möglich, nicht aber das menschliche Leben. Es erzählt uns also der Mond, indem er so vor uns hintritt, von einem Zustand, der, wenn er wirksam wäre, das menschliche Leben auf der Erde ausschließen würde.

[ 4 ] Let us examine the matter more closely by considering a specific example. When we look at our Earth’s moon, the clairvoyant consciousness—which abstracts from everything else and, so to speak, confronts only the moon—has the peculiar impression that the outer physical moon disappears and is replaced by something that makes an impression similar to that one has when facing a mental image. One has the impression that what otherwise appears to the physical eye—which is, of course, physically present, but all physicality is merely a maya—is, in essence, conveying an impression of the past, just as a memory of the past conveys an impression to us. And if we allow all this to sink in—what is now beginning to tell us of a past—the impression tells us: If what actually appears before our occult eye were to act as it appears, if it were not paralyzed in its mode of action by other things, then, due to the proximity of what we perceive there on the Moon, our Earth could not exist at all in its present form. The Moon tells us something for the occult consciousness that ought not to happen, as it presents itself, if our earthly life is to be possible at all. If what is presented to us there were not, I might say, paralyzed by other things, then, for example, human beings would not be possible at all in their present life due to what the planet itself tells us in relation to the Moon. On the other hand, present-day animal life on Earth, as well as plant life and the processes within the mineral world, would not be particularly affected. Certain beings from the animal and plant kingdoms, however, would have to take on different forms; we recognize this directly through the forces that act upon us with such vehemence from the moon, but essentially, animal, plant, and mineral life on our Earth would still be possible—human life, however, would not. Thus, by appearing before us in this way, the Moon tells us of a state which, if it were active, would preclude human life on Earth.

[ 5 ] Sie bemerken, meine lieben Freunde, ich versuche die Dinge möglichst konkret zu schildern, so wie sie sich der Anschauung durch den okkulten Blick ergeben. Ich möchte nicht in abstrakten Schemen sprechen; damit kann man alles mögliche erzählen. Ich möchte so die Dinge darstellen, wie sie sich für den okkulten Blick ausnehmen. Der Eindruck, den man da erhält, der läßt sich nur mit folgendem vergleichen. Wenn in einem Menschen, der, sagen wir, dreißig Jahre alt ist, plötzlich auftreten würden all die Vorstellungen, welche er gehabt hat, als er fünfzehn Jahre alt war, und wenn all die Vorstellungen schweigen würden, die er seit seinem fünfzehnten Jahre in seiner Seele hat verarbeiten können, dann würde er gleichsam objektiviert, seinem eigenen Bewußtsein gegenübergestellt, seine innere Seele im fünfzehnten Lebensjahre vor sich haben. Aber er würde sich sagen müssen: Wenn ich jetzt nur das in mir hätte, was damals der Inhalt meiner Seele war, ja, dann könnte ich alles das nicht denken, was ich jetzt denke, dann wäre ich überhaupt nicht möglich in dieser Seelenverfassung, in der ich jetzt bin. — Zurückgeschraubt um fünfzehn Jahre würde sich der Mensch vorkommen, und er würde sich klarsein darüber, daß alles das, was er da erlebt als Inhalt seiner Seele im fünfzehnten Lebensjahr, seinen jetzigen Menschen nicht bewirken würde, daß das aber zu tun hat mit dem, wie er geworden ist. So sehen Sie, daß wir allerdings in einer gewissen Weise den Eindruck charakterisieren können, den wir vom Mond erhalten. Wir können sagen, wir haben unmittelbar die Impression: Du hast etwas vor dir, was dir eigentlich keine Gegenwart anzeigt, sondern was dir spricht von einer Vergangenheit, und wie du dir, wenn du mit dreißig Jahren nur wahrnehmen könntest deinen Seeleninhalt vom fünfzehnten Lebensjahre, alles wegdenken müßtest, was in den letzten fünfzehn Jahren aus dir geworden ist, so mußt du dir jetzt wegdenken die Möglichkeit, daß überhaupt eine Erde ist. — Denn die Erde, so wie sie jetzt ist, die die Bedingungen des Menschenlebens enthält, ist nicht möglich, wenn sich das realisieren würde, als was sich da der Mond darstellt. Dadurch nun, daß diese Impression für den hellseherischen Blick eintritt, ist es überhaupt erst möglich, diesen heliseherischen Blick so zu schulen, daß man einen Begriff, eine Vorstellung bekommen kann von dem, was da war, bevor eine Erde möglich gewesen ist. Denn das, was man da sieht, war möglich vor der Erde, und das, was später zur Erde geführt hat, das ist erst möglich geworden, als der Zustand, den man da erblickt, verschwunden war.

[ 5 ] You see, my dear friends, I am trying to describe things as concretely as possible, just as they appear to the occult eye. I do not wish to speak in abstract terms; one can say all sorts of things that way. I would like to present things as they appear to the occult eye. The impression one receives there can only be compared to the following. If, in a person who is, say, thirty years old, all the mental images he had when he was fifteen were to suddenly reappear, and if all the mental images he has been able to process in his soul since the age of fifteen were to fall silent, then he would, as it were, be objectified, confronted with his own consciousness, and have his inner soul at the age of fifteen standing before him. But he would have to say to himself: If I now had within me only what was the content of my soul back then, well, then I could not think all that I now think; then I would not be possible at all in this state of mind in which I now find myself. — Set back fifteen years, the person would feel as though he were there, and he would be clear that everything he experiences there as the content of his soul at the age of fifteen would not produce his present self, but that this has to do with how he has become. So you see that we can indeed, in a certain way, characterize the impression we receive from the moon. We can say that we have the immediate impression: You have something before you that does not actually indicate the present to you, but rather speaks to you of a past; and just as, if at the age of thirty you could only perceive the content of your soul from the age of fifteen, you would have to disregard everything that has become of you in the last fifteen years, so now you must disregard the very possibility that there is an Earth at all. — For the Earth, as it is now, which contains the conditions of human life, is not possible if what the Moon presents itself as were to become reality. It is precisely because this impression arises for the clairvoyant gaze that it is possible at all to train this clairvoyant gaze in such a way that one can gain a concept, a mental image of what was there before an Earth was possible. For what one sees there was possible before the Earth, and what later led to the Earth only became possible once the state one beholds there had disappeared.

[ 6 ] Ich habe Ihnen jetzt geschildert, was der Hellseher tun muß, um, wie man sagt, in der Akasha-Chronik zurückzukommen zu einem früheren Zustande unseres Planetensystems, denn dadurch, daß man den hellseherischen Blick auf den Mond fixiert hat, hat man einen früheren Zustand unseres Planetensystems festgehalten. Und wenn man den nun zu schildern versucht, dann kann man sagen, wie es sich mit unserem Planetensystem verhielt, bevor es unsere jetzige Erde gegeben hat. Und weil man so vorgehen muß, daß man den Zustand vor der Entstehung unserer gegenwärtigen Erde dadurch erkennen lernt, daß man dasjenige fixiert, was im Mond gedächtnismäßig erhalten geblieben ist, deshalb ist man gewohnt geworden, den Vorfahrenzustand unseres Erdenzustandes auch einen Mondzustand zu nennen. Allerdings, einen vollen Aufschluß über die ganze Sachlage bekommt man erst dann, wenn man aus dem hellseherischen Zustand, den man da entwickelt hat, um zu einer Art Erinnerungsbild des Planetensystems zu kommen, wiederum übergeht in den gewöhnlichen Bewußtseinszustand und sich versucht klarzumachen, worin der Unterschied besteht. Der Unterschied besteht dann darin, daß man versuchen muß, die beiden Impressionen miteinander irgendwie in Einklang zu bringen, und dieses Ineinklangbringen ist nur dadurch möglich, daß man überhaupt zunächst absieht von dem Mond. Denn der gewöhnliche äußere Blick des normalen Bewußtseins sagt uns ja nicht viel über den Mond. Sie wissen zwar, daß die äußere Astronomie mancherlei versucht über den Mond zu erkunden, aber im allgemeinen sagt die äußere Beobachtung ja nicht viel. Wir müssen vielmehr zum Vergleich eine gewisse hellseherische Beobachtung unserer eigenen Erde heranziehen, so wie sie gegenwärtig als der Himmelskörper ist, auf dem wir selber herumwandeln. Wenn wir alles Physische ausschließen, was uns in den verschiedenen Reichen der Natur vor das Auge tritt, und hellseherisch unsere Erde betrachten, dann zeigt sich uns, daß diese Erde, die ja als physischer Planet unmittelbar unter und um uns ist, sich wie ein fortentwickelter Zustand dessen erschließt, was als Mond vorhanden war. Und wenn wir dann die beiden Impressionen vergleichen, dann können wir uns fragen: Wie ist der eine Zustand aus dem anderen geworden? Und dann bekommen wir, ich möchte sagen wie von selbst, vor den hellseherischen Blick hingestellt die Arbeit, die geleistet worden ist, um einen alten Zustand unserer Erde, den wir eben charakterisiert haben als den Mondzustand, übergehen zu lassen in unseren gegenwärtigen Erdenzustand. Wir bekommen dann nämlich die Impression, daß diesen Übergang bewirkt hat eine derjenigen geistigen Wesenheiten oder eine Anzahl derselben, die wir in der Hierarchienordnung genannt haben die Geister der Form. So bekommen wir die Möglichkeit, in das Werden des Planeten, in seine früheren Zustände einzudringen. Die Frage ist nun: Können wir noch weiter zurückblicken? Wir müssen diese Betrachtungen schon anstellen aus dem Grunde, weil wir nur dadurch die geistigen Wesenheiten, die beteiligt sind an diesen Himmelskörpern, im richtigen Sinne verstehen werden.

[ 6 ] I have now described to you what the clairvoyant must do in order to, as they say, go back in the Akashic Records to an earlier state of our planetary system; for by fixing the clairvoyant gaze on the Moon, one has captured an earlier state of our planetary system. And when one now attempts to describe this, one can say what the state of our planetary system was like before our present Earth existed. And because one must proceed in such a way as to learn to recognize the state prior to the formation of our present Earth by fixing one’s gaze on what has been preserved in the Moon as a memory, one has come to call the ancestral state of our Earth’s condition a “lunar state.” However, one only gains a full understanding of the entire situation when, from the clairvoyant state one has developed in order to arrive at a kind of memory image of the planetary system, one returns to the ordinary state of consciousness and attempts to clarify what the difference consists of. The difference lies in the fact that one must try to reconcile the two impressions in some way, and this reconciliation is only possible by first setting aside the Moon entirely. For the ordinary external view of normal consciousness does not tell us much about the Moon. You know, of course, that external astronomy attempts to explore various aspects of the Moon, but in general, external observation does not reveal much. Rather, we must draw upon a certain clairvoyant observation of our own Earth for comparison, as it currently exists as the celestial body upon which we ourselves walk. If we exclude all that is physical, which presents itself to our eyes in the various realms of nature, and regard our Earth clairvoyantly, then it becomes apparent to us that this Earth, which as a physical planet is immediately beneath and around us, reveals itself as a further-developed state of what existed as the Moon. And when we then compare the two impressions, we may ask ourselves: How did one state emerge from the other? And then, I might say as if of its own accord, the work that was accomplished to transition an ancient state of our Earth—which we have just characterized as the lunar state—into our present Earthly state is presented before our clairvoyant gaze. We then get the impression that this transition was brought about by one of those spiritual beings—or a number of them—whom we have called, in the hierarchical order, the Spirits of Form. Thus we gain the opportunity to penetrate into the planet’s becoming, into its earlier states. The question now is: Can we look back even further? We must make these observations for the very reason that only in this way will we truly understand the spiritual beings involved in these celestial bodies.

[ 7 ] Wir müssen nun als einen zweiten Versuch hellseherischer Beobachtung noch einmal absehen von unserer Erde, auch absehen von unserem Monde, überhaupt von allem Mondhaften im ganzen Planetensystem, und, soweit wir das können, uns in den Zustand eines anderen Planeten oder einer Reihe von anderen Planeten versetzen und diese Zustände miteinander vergleichen. Wohlgemerkt, ich erzähle jetzt wirkliche Tatsachen, die im hellseherischen Bewußtsein auftreten können. Es kann der hellseherische Blick, wenn auch vielleicht nicht gleichzeitig — das lassen manchmal die Umstände nicht zu —, gerichtet werden auf andere Planeten unseres Planetensystems, und er kann kennenlernen, was sich ihm als Eindruck, als Impression ergibt von anderen Planeten unseres Planetensystems. Wenn man so einen oder den anderen Planeten oder mehtere betrachtet, dann ergibt sich noch nicht sonderlich viel, da bekommt man noch keine klare Vorstellung. Man bekommt aber sofort eine klare Vorstellung, wenn man in einer gewissen Weise mit seinen hellseherischen Eindrücken vorgeht. Ich will wiederum einen Vergleich wählen, damit uns das klarwerden kann, was ich eigentlich sagen will. Nehmen Sie einmal an, Sie würden sich an etwas erinnern, was Sie in Ihrem achtzehnten Lebensjahr erlebt haben, und Sie würden sich sagen: Aber in meinem achtzehnten Lebensjahre, da habe ich eben diesem Erlebnis gegenüber einen Standpunkt eingenommen, zu dem ich damals reif war. Ich werde vielleicht über die Sache klarerwerden, wenn ich mich noch an ein anderes Erlebnis erinnere. Ich habe ja über dieselbe Tatsache, an die ich mich da erinnert habe, etwas in meinem fünfundzwanzigsten Jahre erlebt. Ich will einmal die beiden Eindrücke miteinander vergleichen. — Versuchen Sie sich einmal klarzumachen, was Sie dadurch gewinnen im Leben, wenn Sie dieselben Dinge, die auseinanderliegen im Leben, miteinander vergleichen. Sie bekommen dann einen Gesamteindruck, wo immer das eine das andere beleuchtet, eins das andere aufklärt. Sie werden bei einem solchen Vergleichen eine Art arithmetischen Mittels bilden und eigentlich etwas ganz Neues hervorrufen an Vorstellungen aus dem Zusammenwirken Ihrer beiden Erinnerungsvorstellungen. So muß es der Heilseher machen, wenn es ihm gelungen ist, den hellseherischen Blick beeindrucken zu lassen, sagen wir, vom Mars, vom Merkur, von der Venus, von dem Jupiter und so weiter. Und er muß nun diese einzelnen Impressionen nicht als solche betrachten, sondern er muß diese einzelnen Impressionen miteinander vergleichen, aufeinander wirken lassen, sie miteinander in Verhältnis und Beziehung bringen. Wenn man sich dieser Arbeit unterzieht, dann bekommt man wiederum den Eindruck: Mit dem, was man da durch Vergleichung dieser Impressionen gewonnen hat, hat man wiederum etwas wie eine Erinnerungsvorstellung des Planetensystems vor sich. Es ist wieder kein Zustand, der in der Gegenwart möglich ist, aber ein Zustand, der in der Vergangenheit möglich sein muß, denn er drückt sich aus wie etwas, das in derselben Weise, wie ich das vorhin für den Mondzustand geschildert habe, Ursache ist zu demjenigen, was jetzt im Planetensystem besteht.

[ 7 ] As a second attempt at clairvoyant observation, we must now once again look beyond our Earth, beyond our Moon, and indeed beyond anything lunar in the entire planetary system; and, as far as we are able, place ourselves in the state of another planet or a series of other planets and compare these states with one another. Mind you, I am now recounting actual facts that can arise in clairvoyant consciousness. The clairvoyant gaze can be directed—though perhaps not simultaneously, as circumstances sometimes do not permit it—toward other planets in our solar system, and it can perceive what emerges as an impression from these other planets. If one observes one or another planet, or several, in this way, not much emerges yet; one does not yet get a clear mental image. But one immediately gets a clear mental image if one proceeds in a certain way with one’s clairvoyant impressions. I will again choose a comparison so that we can understand what I actually mean. Suppose you were to recall something you experienced when you were eighteen years old, and you were to say to yourself: But in my eighteenth year, I took a stance toward that very experience that I was mature enough for at the time. I might gain a clearer understanding of the matter if I recall another experience. After all, I experienced something related to the very same event I just recalled when I was twenty-five. I want to compare the two impressions with one another. — Try to realize what you gain in life by comparing the same things that lie apart from one another. You then gain an overall impression where one illuminates the other, one clarifies the other. Through such a comparison, you will form a kind of arithmetic mean and actually bring forth something entirely new in your mental images from the interplay of your two memories. This is what the clairvoyant must do once he has succeeded in allowing his clairvoyant gaze to be impressed, say, by Mars, Mercury, Venus, Jupiter, and so on. And he must not regard these individual impressions as such, but must compare them with one another, allow them to interact, and bring them into relationship and connection with one another. When one undertakes this work, one then gains the impression: with what one has gained through the comparison of these impressions, one has before one something like a mental image of the planetary system. Again, this is not a state that is possible in the present, but a state that must have been possible in the past, for it expresses itself as something that, in the same way I described earlier for the lunar state, is the cause of what now exists in the planetary system.

[ 8 ] Nun hat dieser Eindruck, den man auf diese Weise bekommt, wirklich umfassende Eigentümlichkeiten. Was man so, ich möchte sagen, mit scheinbar recht trockenen Vorstellungen erzählen muß, das gehört eigentlich zu den allererhabensten Impressionen, die man überhaupt haben kann. Und wenn man sagen sollte, worin das Charakteristische dieses Eindrucks besteht, so kann man wieder nur einen Vergleich wählen. Ich muß gestehen, ich könnte Ihnen nicht gut irgend etwas anderes anführen als das, was ich jetzt anführen werde, wenn die Impression geschildert werden soll, die man auf die geschilderte Weise erhält.

[ 8 ] Now, this impression one gains in this way truly possesses remarkable qualities. What one must describe—I would say—using seemingly rather dry mental images actually belongs to the most sublime impressions one can possibly have. And if one were to describe what makes this impression so distinctive, one can again only resort to a comparison. I must confess, I could not very well cite anything other than what I am about to cite if I were to describe the impression one receives in the manner described.

[ 9 ] Ich weiß nicht, ob Sie schon im gewöhnlichen physischen Leben einmal den folgenden Eindruck gehabt haben. Nicht wahr, Sie haben ganz gewiß schon zuweilen geweint, waren zum Weinen traurig und mitleidsvoll mit Wesenheiten, die im physischen Leben um Sie herum sind. Aber man kann auch noch einen anderen Eindruck haben. Es gibt gewiß viele unter Ihnen, die jenen Eindruck kennen, der bisweilen kommt, wenn man eine hinreißende, ergreifende Schilderung in einem Kunstwerk, in einem Roman zum Beispiel vor sich hat und eine Szene liest, von der man, wenn man nur ein wenig sich besinnt, sogleich weiß, man hat ja keine Realität vor sich, aber die vollsten Tränen quellen aus den Augen. Man kommt nicht in die Gelegenheit, nachzudenken darüber, ob man eine Realität vor sich hat oder nicht, sondern man nimmt das, was einem nur geschildert wird, was man nur in Gedanken, in der Empfindung aufnimmt, so, daß es wie eine Realität wirkt, daß es aus uns Tränenströme herauspreßt. Wer jemals diesen Eindruck gehabt hat, der hat ein wenig eine Vorstellung davon, was es heißt, durch ein Geistiges, bei dem man gar nicht in die Verlegenheit kommt zu fragen, ob eine sinnliche Realität zugrunde liegt, wie inspiriert zu einer Impression zu kommen, zu einer solchen Impression, bei der man gar nicht nach irgend etwas anderem fragt, als was einen ergreift und zusammenführt mit sich selber, wovon man nur innerlich erfüllt ist und dennoch auch erfüllt wie von irgendeinem normalen Wahrnehmungsakt des normalen Bewußtseins.

[ 9 ] I don’t know if you have ever had the following experience in your ordinary physical life. Surely you have cried at times, felt sad enough to weep, and felt compassion for the beings around you in physical life. But one can also have a different kind of experience. There are certainly many among you who are familiar with that feeling that sometimes arises when you are faced with a captivating, moving description in a work of art—in a novel, for example—and read a scene where, if you reflect just a little, you immediately know that you are not dealing with reality, yet tears well up in your eyes. One does not have the opportunity to think about whether one is dealing with reality or not, but rather one takes what is merely described to one, what one absorbs only in thought and feeling, in such a way that it appears as reality, that it squeezes streams of tears from us. Anyone who has ever had this impression has a mental image of what it means to be inspired by a spiritual experience—one in which one is not at all put in the position of asking whether a sensory reality underlies it—to arrive at an impression, at such an impression in which one asks for nothing other than what seizes one and brings one together with oneself, of which one is filled only inwardly and yet also filled as by some normal act of perception of normal consciousness.

[ 10 ] Von solch einer Impression muß man sprechen, wenn man den Zustand schildern will, der einen überkommt, wenn man die Impressionen, die das hellseherische Bewußtsein von den einzelnen Planeten erhält, miteinander vergleicht. Da ist alles, was man erlebt, so, daß es nur durch unser Inneres wirkt, wie ein seelischer Eindruck. Und man bekommt dann einen ganz realen Begriff von dem, was eigentlich eine Inspiration ist, wenn man Dinge weiß, für die es nur einen Impuls des Wissens von innen aus gibt. Niemand versteht zum Beispiel den Inhalt der Evangelien wirklich, der sie nicht vergleichen kann in bezug auf ihren Eindruck mit einem solchen Eindruck, wie er jetzt eben geschildert worden ist. Denn die Evangelien sind aus Inspirationen heraus geschrieben; nur muß man dann auf ihre ursprünglichen Texte zurückgehen. Aber noch viel großartiger und gewaltiger ist der Eindruck, den man auf die geschilderte Weise durch eine Vergleichung der Impressionen von den einzelnen Planeten aus erhält.

[ 10 ] One must speak of such an impression when describing the state that comes over one when comparing the impressions that the clairvoyant consciousness receives from the individual planets. Everything one experiences is such that it works solely through our inner being, like a spiritual impression. And one then gains a very real understanding of what inspiration actually is when one knows things for which there is only an impulse of knowledge from within. For example, no one truly understands the content of the Gospels who cannot compare their impression with an impression such as the one just described. For the Gospels were written out of inspiration; one must, however, go back to their original texts. But even more magnificent and powerful is the impression one receives in the manner described by comparing the impressions from the individual planets.

[ 11 ] Das ist das eine, was ich über diesen Eindruck sagen möchte. Das zweite ist, daß man diesen Eindruck nicht ungestört und ungehemmt bekommen kann, wenn man nicht fähig ist, wenigstens für Augenblicke — es ist ja in unserem gegenwärtigen Zeitenzyklus für länger als für Augenblicke kaum jemand dessen fähig — restlos nur Mitleid und Liebe zu fühlen, restlos den Egoismus ganz aus der Seele zu verdrängen, denn jeder Grad von Egoismus, mit dem sich dieser Eindruck vereinigt, wirkt sogleich betäubend, und man bekommt sogleich statt dessen, was ich geschildert habe, einen Zustand wie Betäubung, wie Niedergeschlagenheit des Bewußtseins. Das Bewußtsein verdunkelt sich dann sofort. Daher gehört es zu gleicher Zeit zu den seligsten Erlebnissen, solch einen Eindruck zu bekommen.

[ 11 ] That is the first thing I would like to say about this impression. The second is that one cannot experience this impression undisturbed and uninhibited unless one is capable, at least for a few moments—and in our present cycle of time, hardly anyone is capable of this for longer than a few moments—of feeling nothing but compassion and love, of completely banishing egoism from one’s soul, for every degree of egoism with which this impression combines has an immediate numbing effect, and instead of what I have described, one immediately experiences a state of numbness, a dulling of consciousness. Consciousness then darkens immediately. Therefore, receiving such an impression is at the same time one of the most blissful experiences.

[ 12 ] Wenn man nun das Glück hat, solch einen Eindruck zu bekommen, dann stellt sich etwas ganz Eigentümliches ein. Man mag dann tun, was man will: Es ist die Sonne nicht mehr als Sonne aufzufinden für das Bewußtsein. So wie die Sonne für andere Zustände des Bewußtseins aufzufinden ist, so ist sie nicht mehr aufzufinden. Die Sonne hört auf, etwas Abgesondertes zu sein. Nur erst, wenn wir uns ein wenig zurechtfinden, dann bekommen wir den Eindruck: Wir haben ja da etwas vor uns, einen Zustand, für den eine abgesonderte Sonne eigentlich keinen Sinn mehr hat. Denn das Ganze, was da vor unsere okkulten Augen tritt, das können wir wiederum nur haben, wenn wir von unserem ganzen heutigen Planetensystem absehen und uns einstellen auf unsere gegenwärtige Sonne, das heisst, wenn wir den physischen Eindruck auch der Sonne tilgen. Man kann das ja am besten tun, wenn man versucht, den okkulten Eindruck von der Sonne nicht bei Tag zu haben, sondern bei Nacht. Für den okkulten Eindruck ist natürlich die Tatsache, daß bei Nacht die physische Erde vor der Sonne steht, kein Grund, keine Impression von der Sonne zu haben, denn die physische Erde ist zwar etwas Undurchsichtiges für physische Augen, aber nicht für die okkulten Augen. Im Gegenteil, wenn man bei vollem, hellem Tageslicht versucht, den okkulten Blick auf die Sonne zu richten, so sind die Störungen doch so groß, daß man kaum ohne physische Schädigung zu einem guten okkulten Eindruck von der Sonne gelangen kann. Daher ist auch in den alten Mysterien gar nicht versucht worden, die Schüler etwa bei Tag zu einem okkulten Eindruck von der Sonne kommen zu lassen, sondern man hat sie so unterwiesen, daß sie okkult die Sonne gerade dann kennenlernten in ihrer Eigentümlichkeit, wenn sie für das physische Auge am wenigsten zu sehen ist, nämlich um Mitternacht. Sie sind angeleitet worden, durch die physische Erde hindurch gerade um Mitternacht den okkulten Blick auf die Sonne zu richten. Daher finden Sie unter den mancherlei Beschreibungen, die geblieben sind von antiken Mysterien, unter den Dingen, die heute meist nicht verstanden werden, zum Beispiel in den ägyptischen Mysterien, den Satz: Der Schüler muß die Sonne um Mitternacht sehen.

[ 12 ] If one is fortunate enough to have such an impression, something quite peculiar occurs. No matter what one does, the sun can no longer be found as a sun in one’s consciousness. Just as the sun can be found in other states of consciousness, so it can no longer be found here. The sun ceases to be something separate. Only once we have found our bearings a little do we get the impression: We do indeed have something before us, a state for which a separate sun actually no longer makes sense. For the whole that appears before our occult eyes, we can only have that, in turn, if we disregard our entire present planetary system and attune ourselves to our present sun—that is, if we also erase the physical impression of the sun. The best way to do this is to try to perceive the occult impression of the sun not during the day, but at night. For the occult perception, of course, the fact that at night the physical Earth stands before the sun is no reason not to have an impression of the sun, for while the physical Earth is opaque to physical eyes, it is not so to the occult eyes. On the contrary, if one attempts to direct the occult gaze toward the sun in full, bright daylight, the disturbances are so great that one can hardly arrive at a good occult impression of the sun without physical harm. For this reason, in the ancient mysteries, no attempt was made to allow the students to gain an occult impression of the Sun during the day; rather, they were instructed to become acquainted with the Sun’s peculiar nature occultly precisely when it is least visible to the physical eye—namely, at midnight. They were instructed to direct their occult gaze toward the sun through the physical earth precisely at midnight. That is why, among the various descriptions that have survived from the ancient mysteries—among the things that are mostly not understood today, for example in the Egyptian mysteries—you find the statement: “The student must see the sun at midnight.”

[ 13 ] Was alles ist von dilettantischer Seite aufgebracht worden, um durch allerlei nette und liebenswürdige Symbole zu erklären, was es heißt, die Sonne um Mitternacht sehen. Gewöhnlich hat man keine Ahnung, daß man am richtigsten die Dinge versteht, die in den okkulten Schriften mitgeteilt sind, wenn man so wenig als möglich sich bemüht, sie symbolisch auszudeuten, sondern wenn man sie so wörtlich als möglich nimmt. Und zu den symbolischen Ausdeutungen fühlt sich gewöhnlich nur der Mensch der neueren Zeit veranlaßt, weil das gegenwärtige Bewußtsein nicht mehr recht eingestellt ist auf ein Verständnis dieser alten Tatsachen. Für diejenigen, die genauer nachdenken, sollte überall klarsein, daß man in alten Schriften recht sehr gewohnt war, genau zu sprechen. Ich möchte da nur gleichsam wie in Parenthese auf eines aufmerksam machen, was in dem vorgestrigen Öffentlichen Vortrag hätte eingefügt werden können bei der Betrachtung der Kriemhilde. Es wird ja erzählt, sie habe, nachdem Siegfried tot war, den Nibelungenhort für sich gehabt und hätte Gutes damit getan, und dann hätte ihn Hagen ihr genommen und in den Rhein versenkt, und als sie ihn später wieder forderte von Hagen, unten bei dem König Etzel, da verriet er ihr den Ort nicht, wo er lag. Ja, sehen Sie, diese Stelle steht ausführlich in der Nibelungensage, um Licht zu verbreiten über gewisse Dinge. Ich habe bei symbolischen Erklärern der Nibelungensage wahrhaft geistvolle, übergeistvolle Auseinandersetzungen gefunden, die erzählen sollten, was alles das zu bedeuten hat. Bei dem einen sollte der Nibelungenschatz dies, bei dem anderen jenes bedeuten. Ich gestehe, es wirkt manchmal überwältigend geistvoll, was aufgebracht wird zu solchen Erklärungen. Meistens wird der Nibelungenschatz als Symbol für dieses oder jenes Geistige erklärt. Erstens ist es aber überhaupt schwer, mit bloßen Symbolen Kranke zu heilen, zweitens kann man Symbole nicht dadurch vor jemand verstecken, also auch vor der Kriemhilde nicht, daß man sie etwa in den Rhein wirft. Wenigstens kann ich mir nicht recht vorstellen, dad man ein Symbolum von der Art, wie es manche Erklärer anführen, in den Rhein versenkt. Überhaupt kann ich mir schwer vorstellen, daß jemandem etwas äußerlich weggenommen werden könnte, was nur symbolisch erklärt werden kann. Derjenige freilich, der die Dinge kennt, weiß, daß es sich um etwas ganz Besonderes handelte, um etwas, was wir jetzt nennen würden einen Talisman, einen ganz physischen Talisman, der nur in der Weise hergestellt worden ist, daß seine ganze Substanz zusammengestellt war aus Gold. Aber dieses Gold war gewonnen nur aus Schwemmland, nur aus dem, was das Wasser angeschwemmt hatte im Flußsand, und all die Kraft, welche gerade dieses Schwemmgold hat, war noch dazu zusammengefaßt — jetzt tritt das Symbolum ein — in der Form des Talismans, und die Wirkung dieses Talismans auf Kriemhilde erzeugte in ihr die Kräfte, durch die sie Kranke heilen konnte und dergleichen. Diesen Talisman konnte Hagen tatsächlich vor ihr verstecken und ihr den Ort später verheimlichen. Da hat man es tatsächlich mit einem physischen Ding, mit einem ganz realen Ding zu tun, da ihm nur durch die besondere Art seiner Herstellung okkulte Kräfte eigen waren.

[ 13 ] All the amateurish attempts that have been made to explain, through all sorts of charming and endearing symbols, what it means to see the sun at midnight. Usually, people have no idea that the best way to understand the things communicated in the occult writings is not by striving as little as possible to interpret them symbolically, but by taking them as literally as possible. And it is usually only the modern person who feels compelled to resort to symbolic interpretations, because contemporary consciousness is no longer properly attuned to an understanding of these ancient facts. For those who think more deeply, it should be clear everywhere that in ancient writings people were quite accustomed to speaking precisely. I would just like to draw attention, as it were, to something in parentheses that could have been included in the public lecture the day before yesterday during the discussion of Kriemhilde. It is told, after all, that after Siegfried was dead, she had the Nibelung hoard to herself and did good with it, and then Hagen took it from her and sank it into the Rhine, and when she later demanded it back from Hagen, down by King Etzel, he did not reveal to her the place where it lay. Yes, you see, this passage is described in detail in the Nibelungen saga to shed light on certain things. I have found truly ingenious, even super-ingenious interpretations by symbolic interpreters of the Nibelungen saga, intended to explain what all of this is supposed to mean. For one, the Nibelung treasure is supposed to mean this; for another, that. I admit, the intellectual depth brought to bear on such interpretations sometimes seems overwhelming. Most often, the Nibelung treasure is explained as a symbol for this or that spiritual concept. First, however, it is generally difficult to heal the sick with mere symbols; second, one cannot hide symbols from anyone—including Kriemhilde—by, say, throwing them into the Rhine. At least, I don’t have a clear mental image of a symbol of the kind cited by some commentators being sunk into the Rhine. In general, I have a hard time forming a mental image of something being taken away from someone externally that can only be explained symbolically. Of course, anyone who knows the facts understands that this was something quite special—something we would now call a talisman, a very physical talisman, crafted in such a way that its entire substance was composed of gold. But this gold was obtained solely from alluvial deposits, solely from what the water had washed up in the river sand, and all the power that this alluvial gold possesses was further concentrated—here the symbol comes into play—in the form of the talisman, and the effect of this talisman on Kriemhilde generated within her the powers through which she could heal the sick and the like. Hagen was indeed able to hide this talisman from her and later conceal its location from her. Here we are indeed dealing with a physical object, with a very real object, since it possessed occult powers solely due to the special manner of its manufacture.

[ 14 ] Ich habe das nur als ein Beispiel angeführt, um Ihnen zu zeigen, wie man oftmals in alten Schriften solche Dinge zu verstehen hat. So hat man auch den Ausdruck wörtlich zu nehmen: die Sonne um Mitternacht sehen. Man bekommt also von der Sonne den okkulten Eindruck am allerbesten dann, wenn man gar nicht sich stören läßt vom physischen Eindruck, das heißt, wenn man überhaupt nichts vom Sonnenlicht sieht, sondern in der Nacht die Sonne betrachtet. Da bekommt man den Eindruck von der gegenwärtigen Sonne, und der ist bis zu einem sehr hohen Grade ähnlich dem, was sich durch jene Impression ergibt, die vorhin geschildert wurde. Es ergibt sich eben durch alles das, was ich Ihnen geschildert habe, die Impression eines noch früheren Zustandes unseres ganzen Planetensystems, dem auch unsere Erde angehört, eines Zustandes, wo eine abgesonderte Sonne nicht vorhanden war, dagegen das ganze Planetensystem in einer gewissen Weise Sonne war und auch die Substanz unserer Erde enthielt. Diesen Zustand, der also gleichzeitig der Zustand unserer Erde war, bezeichnet man deshalb als den Sonnenzustand. So daß wir sagen können: Unsere Erde war, bevor sie Erde geworden ist, in einem Mondzustand, bevor sie Mond war, in einem Sonnenzustand.

[ 14 ] I mentioned this only as an example to show you how such things are often to be understood in ancient writings. The expression “seeing the sun at midnight” must also be taken literally. One therefore gains the best occult impression of the sun when one is not at all disturbed by the physical impression—that is, when one sees nothing of the sunlight at all, but instead observes the sun at night. Then one gains an impression of the present sun, and this is, to a very high degree, similar to what arises from the impression described earlier. It is precisely through everything I have described to you that the impression arises of an even earlier state of our entire planetary system, to which our Earth also belongs—a state in which a separate sun did not exist, but rather the entire planetary system was, in a certain sense, a sun and also contained the substance of our Earth. This state, which was therefore simultaneously the state of our Earth, is thus referred to as the solar state. So that we can say: Our Earth was, before it became Earth, in a lunar state; before it was a moon, in a solar state.

[ 15 ] Einen entsprechenden Eindruck für einen noch früheren Zustand unseres Erdenplaneten würde man bekommen, wenn man versuchte, einen okkulten Eindruck von derjenigen Kategorie von Himmelskörpern zu gewinnen, über die gestern am Schluß des Vortrages gesprochen worden ist: von den Kometen. Das Genauere zu schildern würde unsere Zeit zu sehr in Anspruch nehmen, methodisch aber stellt es sich ähnlich dar wie das schon Geschilderte. Wenn wir nun wiederum vergleichen dasjenige, was wir hier durch die okkulte Wahrnehmung des kometarischen Lebens bekommen, mit der Vorstellung — jetzt handelt es sich darum, daß wir uns eine gewisse Vorstellung machen müssen, denn mit etwas Gegenwättigem läßt sich die Erinnerungsvorstellung, die man da bekommt, nicht gut vergleichen —, so erhält man unmittelbar den Eindruck, weiter kann man nicht gehen, man habe eine Impression bekommen von einem noch vor dem Sonnenzustand zurückliegenden Zustand, den man aus gewissen Gründen den Saturnzustand nennt. So sehen Sie, wie unsere inneren Erlebnisse, die wir am Planetensystem haben können, für den Okkultisten ausschlaggebend sind für die Vorstellung, die er sich macht von diesem Planetensystem.

[ 15 ] One would gain a corresponding impression of an even earlier state of our Earth if one tried to form an occult impression of the category of celestial bodies discussed yesterday at the end of the lecture: comets. To describe this in more detail would take up too much of our time, but methodologically it is similar to what has already been described. If we now compare what we gain here through the occult perception of cometary life with the mental image—and here we must form a certain mental image, for the memory-image one receives there cannot be well compared to anything tangible—one immediately gains the impression, and one cannot go further than this, that one has received an impression of a state preceding the solar state, which for certain reasons is called the Saturn state. Thus you see how our inner experiences, which we can have of the planetary system, are decisive for the occultist in forming the mental image he forms of this planetary system.

[ 16 ] Und jetzt wollen wir einmal für eine kurze Zeit abgehen vom Planetensystem. Alles, was ich bis jetzt vorgebracht habe, war vorgebracht zu dem Zweck und dem Ziel, zu gipfeln in einer Gesamtschilderung der Wirkungsweisen der geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern. Wir müssen aber, da die Himmelskörper gleichsam zusammengesetzt sind aus den Naturreichen, jetzt, wenigstens annähernd, uns auch vom Standpunkt des Okkultisten aus eine Vorstellung verschaffen über den nächsten Tatbestand, der sich dem okkulten Blick gegenüber ergibt, wenn wir die einzelnen Naturreiche auf uns wirken lassen.

[ 16 ] And now let us turn our attention away from the planetary system for a brief moment. Everything I have presented so far has been done with the purpose and aim of culminating in a comprehensive description of the modes of action of spiritual beings within the celestial bodies. However, since the celestial bodies are, as it were, composed of the kingdoms of nature, we must now, at least approximately, also form a mental image—from the occultist’s standpoint—of the next fact that presents itself to the occult gaze when we allow the individual kingdoms of nature to take effect upon us.

AltNameAltName

[ 17 ] Gehen wir bei der Betrachtung der einzelnen Naturreiche zunächst vom Menschen aus. Sie wissen, wenn wir den Menschen betrachten, so reden wir davon, daß der Mensch besteht aus physischem Leib, ätherischem Leib, astralischem Leib und dem, was wir die Ichheit, das Ich selber nennen. Diese viergliedrige menschliche Wesenheit, wo ist sie zunächst für die geisteswissenschaftliche Betrachtung? Nun sehen Sie, diese viergliedrige menschliche Wesenheit ist in der physischen Welt, denn alles das, was jetzt aufgezählt worden ist vom Menschen, wirkt innerhalb der physischen Welt auf uns. Nun wollen wir einmal übergehen zu der tierischen Welt. Wenn wir das Tier betrachten, dann ist es ja ganz zweifellos, daß wir ebenso bei dem Tier einen physischen Leib innerhalb unserer gewöhnlichen physischen Sinneswelt finden wie auch beim Menschen. Daran kann kein Zweifel sein. Ebenso aber müssen wir auch dem Tier einen ätherischen und astralischen Leib zuschreiben, denn wir schreiben ja innerhalb der physischen Welt dem Menschen einen ätherischen Leib zu, weil sein physischer Leib allein innerhalb der physischen Welt eigentlich eine unmögliche Sache ist. Das stellt sich sogleich heraus, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist. Da ist sein physischer Leib allein in der physischen Welt, da zerfällt er, da ist er seinen eigenen Kräften überlassen. Während der Mensch lebt, muß daher ein fortwährender Kämpfer gegen den Zerfall des physischen Leibes vorhanden sein, und das ist der ätherische Leib, den erst das okkulte Bewußtsein wirklich sieht. Dasselbe Verhältnis ist auch beim Tiere vorhanden, so daß wir ihm einen ätherischen Leib zuschreiben müssen in der physischen Welt. Weil wir uns klar sind, daß die Tatsachen und Dinge auf den Menschen nicht nur Wirkungen ausüben, sondern daß sie in ihm sich spiegeln, daß sie in ihm etwas hervorrufen, was man eine innere Spiegelung nennen kann, deshalb schreiben wir dem Menschen den astralischen Leib zu; der okkulte Blick nimmt ihn wahr. Genau dasselbe ist aber beim Tiere der Fall. Während die Pflanze zum Beispiel keinen Schrei entwickelt, wenn ein äußerer Eindruck auf sie gemacht wird, läßt sich das Tier im Schrei vernehmen, das heißt, ein solcher äußerer Eindruck tritt auch als inneres Erlebnis zutage. Der okkulte Blick lehrt uns, daß dieses innere Erlebnis nur möglich ist, wenn ein astralischer Leib da ist. Von einem Ich jedoch beim Tier zu sprechen, wenn man innerhalb der Erscheinungen der physischen Welt bleibt, das hat höchstens einen Sinn für gewisse moderne Naturphilosophen, die rein nach der Analogie gehen. Wenn man aber bloß nach Analogien vorgeht, dann kann man wirklich alles mögliche behaupten. Es gibt ja heute sogar Theosophen, denen es einen gewissen Respekt einflößt, wenn ein Naturbetrachter, der etwas bekannter geworden ist, Raoul France, den Pflanzen eine Seele zuschreibt und dann nicht unterscheidet zwischen dem, was man beim Tier und was man bei der Pflanze als Seele bezeichnet. Er findet nämlich, was ja richtig ist, daß es gewisse Pflanzen gibt, die, wenn ein kleines Insekt in ihre Nähe kommt, die Blätter so zusammenlegen, daß sie dieses kleine Insekt anziehen und auffressen. Solch ein äußerlicher Beobachter sagt sich also: Wo in der Natur äußerlich die Tatsache eintritt, die analog ausschaut dem Heranziehen von Nahrungsmitteln und dem Verzehren derselben, da muß etwas Ähnliches vorliegen wie bei Wesenheiten, die aus einem inneren Seelenhaften heraus diese Dinge heranziehen und verzehren. Nun, ich kenne etwas, was auch kleine Wesenheiten anzieht, dem man aber ganz gewiß nicht nach dem Muster moderner Naturphilosophen eine Seele zuschreiben wird. Das ist nämlich eine mit Speck gespickte Mausefalle. Die zieht auch kleine Wesen heran, und wenn man nach der Methode von solchen Naturphilosophen vorgeht, dann muß man ebenso, wie man der Venusfliegenfalle, Dionaea muscipula, eine Seele zuschreibt, der Mausefalle eine Seele zuschreiben; denn sie zieht Mäuse an, wenn sie gut mit Speck versehen ist. — Alle diese Betrachter, die nicht bloß auf das Äußerliche gehen, dürften durchaus jene Sehnsucht nicht verlieren, welche bei vielen spirituell Gesinnten vorhanden ist, und sich zufrieden geben, wenn nur ein wenig vom Geiste gesprochen wird.

[ 17 ] Let us begin our examination of the individual kingdoms of nature by looking at the human being. As you know, when we consider the human being, we speak of the human being as consisting of a physical body, an etheric body, an astral body, and what we call the “I,” the “self.” This fourfold human being—where does it stand, initially, from the perspective of Spiritual Science? Well, you see, this fourfold human being is in the physical world, for everything that has just been listed regarding the human being acts upon us within the physical world. Now let us turn to the animal world. When we consider the animal, it is undoubtedly the case that we find a physical body within our ordinary physical sensory world in the animal just as we do in the human being. There can be no doubt about that. But we must also attribute an etheric and astral body to the animal, for we do attribute an etheric body to the human being within the physical world, since the human physical body alone within the physical world is actually an impossibility. This becomes immediately apparent when the human being has passed through the gate of death. There, their physical body is alone in the physical world; there it decays; there it is left to its own devices. While a human being lives, therefore, there must be a constant fighter against the decay of the physical body, and that is the etheric body, which only occult consciousness truly perceives. The same relationship exists in the animal as well, so that we must attribute an etheric body to it in the physical world. Because we are aware that facts and things not only exert effects on the human being, but that they are reflected within him, that they evoke in him something that can be called an inner reflection, we therefore attribute the astral body to the human being; the occult gaze perceives it. But exactly the same is true of animals. While a plant, for example, does not utter a cry when an external impression is made upon it, the animal makes itself heard in a cry; that is to say, such an external impression also manifests as an inner experience. The occult gaze teaches us that this inner experience is only possible if an astral body is present. To speak of an “I” in the animal, however, while remaining within the phenomena of the physical world, makes sense at most for certain modern natural philosophers who proceed purely by analogy. But if one proceeds merely by analogy, then one can really claim anything at all. There are even theosophists today who are somewhat impressed when a naturalist who has become somewhat well-known, Raoul France, attributes a soul to plants and then makes no distinction between what is called a soul in animals and what is called a soul in plants. He finds, as is indeed correct, that there are certain plants which, when a small insect comes near them, fold their leaves in such a way that they attract and consume this small insect. Such an external observer therefore says to himself: Where in nature an external phenomenon occurs that resembles the act of attracting and consuming food, there must be something analogous to beings who, from an inner soul-like essence, attract and consume these things. Well, I know of something that also attracts small creatures, but to which one certainly would not ascribe a soul according to the model of modern natural philosophers. Namely, a mouse trap laced with bacon. It also attracts small creatures, and if one proceeds according to the method of such natural philosophers, then just as one attributes a soul to the Venus flytrap, Dionaea muscipula, one must attribute a soul to the mouse trap; for it attracts mice when it is well-stocked with bacon. — All these observers, who do not focus solely on the external, should by no means lose that longing which is present in many spiritually minded people, and be content if only a little is said about the spirit.

[ 18 ] Gerade innerhalb der deutschen Literatur ist in dieser Beziehung, wie manche sagen, viel Schönes zutage gefördert, wie der Okkultist sagen würde, viel Unfug getrieben worden. Ebensowenig wie man bei der Venusfliegenfalle oder irgendeiner anderen Pflanze von einem der tierischen Seele ähnlichen Seelenwesen sprechen kann, ebensowenig kann man bei unbefangenem Blicke bei irgendeinem Tiere davon sprechen, daß das Tier ein Ich hat. Das Tier hat innerhalb dessen, was uns auf dem physischen Plan entgegentritt, kein Ich. Erst die okkulte Untersuchung führt uns zum Ich des Tieres. Aber dieses Ich des Tieres ist nicht mehr innerhalb desselben Bereiches zu finden, wo das menschliche Ich zu finden ist. Das tierische Ich ist erst abgesondert von dem physischen Leib aufzufinden, so daß wir eigentlich eine ganz andere Welt kennenlernen, wenn wir mit dem okkulten Blick aufsteigen zu dem tierischen Ich. Und wenn man nicht liebt, allerlei schematische Einteilungen zu machen und von vornherein zu sagen: die Welt besteht aus dem physischen Plan, dem Astralplan, dem Mentalplan und so weiter, wenn man das nicht liebt, weil bei all den Wortbezeichnungen nicht viel herauskommt, dann muß man in anderer Weise vorgehen. Ich habe sogar in theosophischen Büchern gefunden, daß viel von dem Ausdruck Logos gesprochen wird, habe aber nicht gefunden, daß damit eigentlich Vorstellungen hervorgerufen werden von dem, was Logos wirklich ist. Gewöhnlich fand ich nur, daß die Schreiber dieser Bücher wissen, daß dieser Logos aus fünf Buchstaben besteht. Sobald man aber versucht, zu wirklich konkreten Vorstellungen zu kommen, so daß man etwas im Gemüte behält, dann verrauchen die Vorstellungen. Denn damit, daß man allerlei Dinge erzählt: daß der Logos spinnt und so weiter, wird ein konkret sein wollendes Bewußtsein nichts anzufangen wissen. Mag der Logos was immer sein: eine Spinne ist er ganz gewiß nicht, und was er tut, kann man ganz gewiß nicht als ein Gewebe bezeichnen. So ist es also nicht gut, mit Abstraktionen vorzugehen, um Vorstellungen hervorzurufen, wenn man von Dingen spricht, die über das physische Bereich des Menschen hinausgehen.

[ 18 ] In German literature in particular, as some say, much beauty has been brought to light in this regard; as an occultist might put it, much nonsense has been perpetrated. Just as one cannot speak of a soul-being similar to the animal soul in the case of the Venus flytrap or any other plant, so too, when viewed impartially, one cannot speak of any animal as having an “I.” The animal has no “I” within what confronts us on the physical plane. Only occult investigation leads us to the animal’s “I.” But this animal ego is no longer to be found within the same realm where the human ego is found. The animal ego can only be found when separated from the physical body, so that we actually come to know a completely different world when we ascend with the occult gaze to the animal ego. And if one does not care for making all sorts of schematic divisions and stating from the outset: the world consists of the physical plane, the astral plane, the mental plane, and so on—if one does not care for that, because all these labels do not amount to much—then one must proceed in a different way. I have even found in theosophical books that much is said about the term Logos, but I have not found that this actually evokes any mental image of what the Logos truly is. Usually I found only that the authors of these books know that this Logos consists of five letters. But as soon as one tries to arrive at truly concrete mental images, so that one retains something in one’s mind, the mental images vanish. For by telling all sorts of things—that the Logos spins and so on—a consciousness that wants to be concrete will not know what to make of it. Whatever the Logos may be: it is certainly not a spider, and what it does certainly cannot be described as a web. It is therefore not good to proceed with abstractions to evoke mental images when speaking of things that go beyond the physical realm of human beings.

[ 19 ] Etwas anderes ist es, wenn der okkulte Blick für das Tier dasjenige sucht, was beim Menschen schon in der physischen Welt sich ankündigt im ganzen Tun und Vorgehen des Menschen: das Ich. Wenn er das beim Tier sucht, dann findet er es auch, nur nicht in der Welt, wo physischer Leib, Ätherleib und astralischer Leib des Tieres vorhanden ist, sondern in einer übersinnlichen Welt, die allerdings sich gleich ergibt, wenn man den Schleier der gewöhnlichen Welt wegzieht vor der Welt, die der sinnlichen Welt am nächsten ist. So daß wir sagen können: In einer Welt übersinnlicher Art ist das tierische Ich zu finden. Und von diesem tierischen Ich muß man wiederum sagen: Es tritt uns dort als eine Realität entgegen, kündigt sich aber in der physischen Welt nicht als Individualität an, sondern hier verstehen wir es nur, wenn wir das Interesse auf eine ganze Gruppe von Tieren, auf eine Gruppe von Wölfen, von Lämmern und so weiter richten. Und so, wie zu unseren beiden Händen, zu unseren zehn Fingern, zu unseren Füßen eine Seele gehört, die ein Ich in sich hat, so gehört zu einer Gruppe gleichgeformter Tiere ein solches Ich, das wir nicht in unserer physischen Welt finden; es verrät sich nur in der physischen Welt. Der gewöhnliche Abstraktling, der heutige Materialist, sagt: Ja, eigentlich ist am Tier nur das real, was man mit physischen Augen sieht, und wenn wir uns den Begriff Wolf oder den Begriff Lamm bilden, so sind das eben nur Begriffe. — Das sind sie für den Okkultisten nicht, es sind nicht bloße Begriffe, die in uns existieren, sondern es sind Spiegelbilder von etwas Realem, was nur nicht auf dem physischen Plan, sondern in einer übersinnlichen Welt ist. Doch verrät es sich für ein wenig Nachdenken schon auf dem physischen Plan, daß außer demjenigen, was man sinnlich wahrnehmen kann, noch etwas vorhanden ist, was nicht wahrgenommen werden kann in der physischen Welt und dennoch Bedeutung hat für die inneren Kraftverhältnisse des Tieres. Ich möchte nur diejenigen, die zum Beispiel die Vorstellung Wolf für einen Begriff halten, der keiner Realität entsprechen soll, auf folgendes Experiment aufmerksam machen: Nehmen Sie eine Anzahl von Lämmern — der Wolf frißt bekanntlich Lämmer — und füttern Sie damit den Wolf so lange, bis es dem entspricht, was die Naturwissenschaft herausgebracht hat, daß tatsächlich die ganze physische Materie sich umgewandelt hat, so daß der Wolf, während der Zeit, während welcher sich die physische Körperlichkeit ersetzt, nur Lämmer gefressen hat. Nun hat der Wolf lauter Lämmer in sich. Was Sie am Wolf allein sehen können, die physische Materie, rührt von lauter Lämmern her. Versuchen Sie dann das Ergebnis zu ziehen, ob der Wolf ein Lamm geworden ist. Wenn er kein Lamm geworden ist, dann haben Sie kein Recht, zu sagen, daß das, was Sie als Begriff des Wolfes haben, sich erschöpft in demjenigen, was physisch wahrgenommen werden kann, sondern es ist ein Übersinnliches darin. Dieses findet man nicht eher, als bis man in das Übersinnliche kommt. Dort stellt es sich so dar, daß ebenso, wie unsere zehn Finger zu der einen Seele, so alle Wölfe zu dem einen Gruppen-Ich gehören. Und die Welt, in der wir das Gruppen-Ich der Tiere finden, die bezeichnen wir zunächst ganz konkret als die astralische Welt.

[ 19 ] It is a different matter when the occult gaze seeks in the animal that which, in humans, already announces itself in the physical world through all human actions and behavior: the ego. When it seeks this in the animal, it does indeed find it, though not in the world where the animal’s physical body, etheric body, and astral body are present, but in a supersensible world that, however, immediately reveals itself when one draws back the veil of the ordinary world to reveal the world closest to the sensory world. So that we can say: The animal ego is to be found in a world of a supersensible nature. And of this animal ego one must again say: It appears to us there as a reality, but does not manifest itself in the physical world as an individuality; rather, we understand it here only when we direct our attention to a whole group of animals, to a group of wolves, of lambs, and so on. And just as a soul with an ego within it belongs to our two hands, our ten fingers, and our feet, so does such an ego—which we do not find in our physical world—belong to a group of animals of the same form; it reveals itself only in the physical world. The ordinary abstract thinker, today’s materialist, says: “Yes, actually, the only thing real about an animal is what one sees with physical eyes, and when we form the concept of a wolf or the concept of a lamb, these are merely concepts.” — For the occultist, they are not merely concepts; they are not mere concepts existing within us, but rather mirror images of something real that exists not on the physical plane, but in a supersensible world. Yet even on the physical plane, a little reflection reveals that besides what can be sensed, there is something else present that cannot be perceived in the physical world and yet has significance for the inner power dynamics of the animal. I would simply like to draw the attention of those who, for example, regard the mental image of a “wolf” as a concept that has no basis in reality to the following experiment: Take a number of lambs—as is well known, the wolf eats lambs—and feed them to the wolf until, in accordance with what natural science has established, the entire physical matter has been transformed, so that during the time in which the physical body is being replaced, the wolf has eaten nothing but lambs. Now the wolf has nothing but lambs within it. What you can see in the wolf alone—the physical matter—derives entirely from the lambs. Try then to draw the conclusion as to whether the wolf has become a lamb. If it has not become a lamb, then you have no right to say that what you have as the concept of the wolf is exhausted in what can be physically perceived, but rather there is something supersensory in it. This is not found until one enters the supersensible realm. There it presents itself in such a way that, just as our ten fingers belong to the one soul, so all wolves belong to the one group-I. And the world in which we find the group-I of animals, we initially designate quite concretely as the astral world.

[ 20 ] Was nun die Pflanzen betrifft, so wird eine ähnliche Betrachtung dazu führen, daß wir innerhalb der physischen Welt bei der Pflanze nichts anderes finden als den physischen und Ätherleib! Eben deshalb, weil die Pflanze in dieser physischen Welt nur physischen und Ätherleib hat, schreit sie nicht, wenn man sie verletzt. So daß wir sagen müssen: Von der Pflanze ist in der physischen Welt der physische und der Ätherleib vorhanden. Wenn wir nun diejenige Welt mit dem okkulten Blick durchsuchen, das heißt uns einfach in sie versetzen, in die wir hineinversetzen mußten die tierischen Gruppen-Iche, da finden wir in bezug auf die Pflanzenwelt etwas sehr Charakteristisches: Wir finden nämlich, daß es allerdings auch Schmerzen gibt in der Pflanzenwelt, und zwar dann, wenn man die Pflanzen mit der Wurzel aus dem Boden herausreißt. Dann ist ein ähnlicher Schmerz für den gesamten Erdenorganismus vorhanden, wie er vorhanden ist, wenn man ein Haar ausreißt aus einem Organismus. Aber auch anderes Leben, bewußtes Leben ist vorhanden mit dem Pflanzenwachstum. Versuchen Sie sich einmal vorzustellen das Heraussprießen — ich habe das schon während dieser Vorträge bei einer anderen Gelegenheit herangezogen —, das Herausdringen der Pflanzensprossen im Frühling aus der Erde. Dieses Hervorsprießen, das ist etwas, was einer Empfindung entspricht in gewissen geistigen Wesenheiten, die zur Erde gehören, die die Erde in ihrer geistigen Atmosphäre mit ausmachen. Wenn man diese Empfindung schildern soll, so kann man sie mit der Empfindung vergleichen, die man in seinem Bewußtsein in den Momenten abends hat, wenn man aus dem Wachzustand in den Schlafzustand übergeht. Wie da das Bewußtsein allmählich hinuntergeht, so empfinden ähnlich gewisse Geister der Erde bei dem Hervorsprossen der Pflanzen im Frühling. Bei dem allmählichen Welken und Hinsterben der Pflanzenwelt haben wiederum gewisse geistige Wesenheiten, die mit der geistigen Atmosphäre der Erde verbunden sind, dieselbe Empfindung, die der Mensch hat, wenn er am Morgen aufwacht. Wir können also sagen: Es gibt Wesenhaftes, was mit unserem Erdenorganismus verbunden ist, das so empfindet, wie unser eigener Astralleib empfindet beim Einschlafen und Aufwachen. Nur darf man nicht abstrakt vergleichen. Da würde natürlich viel näher liegen, das Hervorsprossen in der Frühlingsnatur mit dem Aufwachen und das Absterben der Pflanzenwelt im Herbst mit dem Einschlafen zu vergleichen. Aber das Umgekehrte ist wahr, nämlich daß die Wesenheiten, die da in Betracht kommen, wie Aufwachen empfinden im Herbst und wie Einschlafen beim Hervorsprießen der Pflanzen im Frühling. Diese Wesenheiten sind nun nichts anderes als die Astralleiber der Pflanzen, und wir finden sie in demselben Gebiet, in dem wir das Gruppen-Ich der Tiere finden. Die Astralleiber der Pflanzen befinden sich auf dem sogenannten astralischen Plan.

[ 20 ] As for plants, a similar line of reasoning leads us to conclude that, within the physical world, we find nothing in a plant other than the physical and etheric bodies! Precisely because the plant has only a physical and etheric body in this physical world, it does not cry out when it is injured. So we must say: In the physical world, the plant possesses the physical and etheric bodies. If we now search that world with the occult gaze—that is, simply place ourselves within it, into which we had to place the animal group-I—we find something very characteristic regarding the plant world: We find, in fact, that there is indeed pain in the plant world, namely when plants are torn out of the ground by the roots. Then a pain similar to that experienced when a hair is plucked from an organism is present for the entire earth organism. But other life, conscious life, is also present in plant growth. Try to create a mental image of the sprouting—I have already referred to this on another occasion during these lectures—the pushing forth of the plant shoots from the earth in spring. This sprouting is something that corresponds to a sensation in certain spiritual beings that belong to the earth, that constitute the earth in its spiritual atmosphere. If one were to describe this sensation, one could compare it to the sensation one has in one’s consciousness in those moments in the evening when one transitions from the waking state to the sleeping state. Just as consciousness gradually subsides there, so do certain spirits of the Earth feel similarly when plants sprout in the spring. With the gradual withering and dying of the plant world, certain spiritual beings connected to the Earth’s spiritual atmosphere, in turn, have the same sensation that a human being has when waking up in the morning. We can therefore say: There are spiritual beings connected to our Earth organism that feel in the same way as our own astral body feels when falling asleep and waking up. However, one must not make an abstract comparison. It would, of course, be much more natural to compare the sprouting of spring nature with waking up and the dying off of the plant world in autumn with falling asleep. But the opposite is true, namely that the beings in question feel as if they are waking up in autumn and as if they are falling asleep when the plants sprout in spring. These beings are nothing other than the astral bodies of plants, and we find them in the same realm where we find the group-ego of animals. The astral bodies of plants are located on the so-called astral plane.

[ 21 ] Nun müssen wir auch bei der Pflanze von einem Ich sprechen, wenn wir sie okkult betrachten. Dieses Ich der Pflanzen finden wir wiederum in ähnlicher Weise als ein Gruppen-Ich, als etwas, was zu einer ganzen Gruppe von gleichgeformten Pflanzen gehört, wie wir das bei dem Gruppen-Ich der Tiere betrachtet haben. Aber dieses Gruppen-Ich der Pflanzen werden wir vergeblich dort suchen, wo wir den astralischen Leib der Pflanzen und wo wir das GruppenIch der Tiere gefunden haben. Wir müssen vielmehr in eine noch höher geartete übersinnliche Welt gehen; wir müssen uns geradeso erheben von dem Astralplan zu einer Welt, die wir als noch höher empfinden. Erst in eine solche Welt dürfen wir das Gruppen-Ich der Pflanzen versetzen. Und wir können nun wiederum, wenn wir diese Welt durchforschen, in welcher die Gruppen-Iche der Pflanzen zu finden sind, diese Welt mit einem Namen belegen. Sie ist zunächst, obwohl noch vieles andere darinnen ist, dadurch für uns charakterisiert, daß die Gruppen-Iche der Pflanzen darinnen sind. Wir bezeichnen sie, die Namen tun nichts zur Sache, als die Devachanwelt.

[ 21 ] Now, when we consider plants from an occult perspective, we must also speak of an “I” in relation to them. We find this “I” of plants, in a similar way, as a group-I—something that belongs to an entire group of plants of the same form—just as we have considered the group-I of animals. But we will search in vain for this group-I of plants where we found the astral body of plants and the group-I of animals. Rather, we must enter an even higher supersensible world; we must rise from the astral plane to a world that we perceive as even higher. Only in such a world may we place the group-I of plants. And now, as we explore this world in which the group-I’s of plants are to be found, we can give this world a name. Although there is much else within it, it is characterized for us primarily by the fact that the group-I’s of plants are present there. We call it—the names are of no consequence—the Devachan world.

[ 22 ] Beim Mineral haben wir — nun, das ist leicht einzusehen — in der physischen Welt nur den physischen Leib. Dadurch erscheint uns ja gerade das Mineral als das Unorganische, Unlebendige. Dagegen haben wir beim Mineral in derselben Welt, in welcher die Gruppen-Iche der Tiere und die Astralleiber der Pflanzen sind, den ätherischen Leib der Mineralien. Aber noch nichts finden wir davon, daß das Mineralwesen irgend etwas von Empfindung zeigt. Dennoch, auch das Mineral erweist sich als etwas Lebendiges. Wir lernen das langdauernde Leben von Mineralien, das Wachsen, das Sichentwickeln, sagen wir, von Erzen oder dergleichen, kurz, wir lernen das vielgestaltige mineralische Leben unseres Planeten auf dem astralischen Plan kennen. Wir lernen erkennen, wenn uns ein einzelnes Mineral entgegentritt, daß es nicht viel anders ist als unsere eigenen mineralähnlichen Knochen, die aber doch mit unserem Leben zusammenhängen. So hängt auch alles Mineralische mit einem Lebendigen zusammen, nur ist dieses Lebendige erst auf dem astralischen Plan zu finden. So ist also der ätherische Leib der mineralischen Welt auf dem Astralplan zu finden. Wenn wir nun in derselben Welt, in welcher die Gruppen-Iche der Pflanzen sind, uns sozusagen okkult aufhalten, dann merken wir, daß die mineralische Welt auch mit etwas zusammenhängt, dem die Empfindung möglich ist, mit etwas Astralischem. Wenn Steine geklopft werden in einem Steinbruch, merkt man es freilich auf dem astralischen Plan nicht, daß da irgend etwas von einer Empfindung vorhanden ist, aber auf dem Devachanplan, da fällt es einem sofort auf, daß, wenn man die Steine zerklopft, wenn Teile abspringen, dann in der Tat etwas auftritt wie eine Wohlempfindung, wie eine Art Genuß. Das ist auch eine Empfindung; sie ist eben entgegengesetzt der Empfindung, wie sie die Tiere und Menschen in solchem Falle haben. Wenn man die zerklopfen würde, würden sie Schmerzen haben. Bei den Mineralien ist das Gegenteil der Fall: wenn man sie zerklopft, dann empfinden sie Wohlgefühle. Wenn man in einem Wasserglas Kochsalz aufgelöst hat und man verfolgt mit dem Blick, der auf die devachanische Welt gerichtet ist, wie sich das Kochsalz wieder in Kristalle zusammenfügt, dann sieht man, wie das unter Schmerzen geschieht; dann fühlt man Schmerz an den betreffenden Stellen. So ist es überall in dem mineralischen Leben, wo aus dem Wässerigen heraus durch Kristallisation ein Festes sich bildet. So war es im Grunde genommen auch bei unserer Erde, die einmal in einem weicheren und flüssigeren Zustand war. Das Feste hat sich erst nach und nach herausgebildet aus dem Flüssigen, und jetzt gehen wir auf dem festen Erdboden herum und führen unseren Pflug über den Erdboden hin. Dadurch tun wir allerdings der Erde nicht weh, das tut ihr sehr wohl. Aber das tat nicht wohl den Wesenheiten, die mit der Erde verbunden sind und die als astralisches Reich zum Planeten gehören, daß sie sich kompakt zusammenballen mußten, damit das menschliche Leben auf dem Planeten möglich würde. Da mußten die Wesenheiten, die als Astralleiber hinter den Steinen stehen, Schmerz über Schmerz aushalten. Im Mineralreich leidet die Wesenheit, die Kreatur mit dem fortschreitenden Erdenprozeß. Es wird einem ganz sonderbar zumute, wenn man dies aus der okkulten Untersuchung heraus erkennt und dann einmal wiederum stößt an die berühmte Stelle bei einem Eingeweihten: «Alle Kreatur seufzet und leidet unter Schmerzen, der Erlösung harrend, der Annahme an Kindes Statt harrend.» Über solche Dinge liest man hinweg in den auf okkulter Anschauung begründeten Schriften. Wenn man aber diesen Schriften gegenübersteht mit dem okkulten Blick, dann weiß man erst: sie geben dem einfachsten Gemüte viel, noch mehr aber dem, der alles, was in ihnen liegt, oder wenigstens vieles davon wahrnehmen kann. Das Seufzen und Stöhnen des mineralischen Reiches, das da sein muß, weil der Kulturprozeß unserer Erde einen festen Boden unter seinen Füßen braucht, das stellt Paulus dar, indem er von dem Seufzen der Kreatur spricht. |

[ 22 ] In the case of minerals—and this is easy to see—we have only the physical body in the physical world. This is precisely why minerals appear to us as inorganic and lifeless. In contrast, in the same world where the group-I’s of animals and the astral bodies of plants exist, we have the etheric body of minerals. Yet we find no evidence that the mineral being exhibits any sensation whatsoever. Nevertheless, the mineral too proves to be something living. We come to know the enduring life of minerals, the growth and development, let us say, of ores or the like; in short, we come to know the manifold mineral life of our planet on the astral plane. We learn to recognize, when a single mineral presents itself to us, that it is not much different from our own mineral-like bones, which are nevertheless connected to our life. Thus, everything mineral is also connected to something living, only this living aspect is to be found on the astral plane. Thus, the etheric body of the mineral world is to be found on the astral plane. If we now dwell, so to speak, occultly in the same world in which the group-I’s of the plants are found, then we notice that the mineral world is also connected to something capable of sensation, to something astral. When stones are struck in a quarry, one does not, of course, perceive on the astral plane that there is any sensation present, but on the Devachan plane, one immediately notices that when the stones are struck, when pieces break off, something does indeed arise that resembles a sense of well-being, a kind of pleasure. That is also a sensation; it is simply the opposite of the sensation that animals and humans have in such a case. If one were to strike them, they would feel pain. With minerals, the opposite is true: when they are struck, they experience a sense of well-being. If one has dissolved table salt in a glass of water and observes with a gaze directed toward the devachanic world how the table salt reassembles into crystals, one sees how this happens with pain; one then feels pain in the relevant areas. This is the case throughout mineral life, where a solid forms from the liquid through crystallization. This was essentially the case with our Earth as well, which was once in a softer and more fluid state. The solid form only gradually emerged from the liquid, and now we walk upon solid ground and drive our plow across the earth. In doing so, however, we do not harm the Earth; on the contrary, it benefits her greatly. But it did not do the beings connected to the Earth—who, as the astral realm, belong to the planet—any good that they had to compact themselves into a solid mass so that human life on the planet could become possible. The beings who stand behind the stones as astral bodies had to endure pain upon pain. In the mineral kingdom, the being, the creature, suffers with the advancing process of the earth. One feels quite strange when one recognizes this through occult investigation and then once again comes across the famous passage in an initiate: “All creation groans and suffers in pain, awaiting redemption, awaiting adoption as a child.” One tends to skim over such things in writings grounded in occult insight. But when one approaches these writings with the occult gaze, only then does one realize: they offer much to the simplest mind, but even more to the one who can perceive all that lies within them, or at least much of it. The groaning and sighing of the mineral kingdom, which must exist because the cultural process of our Earth needs solid ground beneath its feet—this is what Paul depicts when he speaks of the groaning of creation.

[ 23 ] Das alles geht vor in jenen Wesenheiten, die zugrunde liegen dem mineralischen Reich als der astralische Leib und die wir finden in der devachanischen Welt. Das eigentliche Ich, das wirkliche Gruppen-Ich des Mineralreiches, ist in einer höheren Welt zu suchen, die wir die höhere devachanische Welt nennen wollen. Hier erst finden sich die Gruppen-Iche des Mineralreiches. Sie müssen sich nämlich ganz freimachen von der Vorstellung, dasjenige, was wir an einer Wesenheit, sagen wir, den astralischen Leib nennen, zu identifizieren mit der astralischen Welt. Bei den Mineralien ist der astralische Leib auf dem Devachanplan zu suchen, der Ätherleib der Mineralien dagegen in der Astralwelt, das Gruppen-Ich der Tiere auf dem astralischen Plan, der Astralleib der Tiere auf dem physischen Plan. So wie die Welt uns entgegentritt, müssen wir sagen: Wir dürfen, was wir an den Wesenheiten als die einzelnen Glieder finden, nicht identifizieren mit den entsprechenden Welten, sondern wir müssen uns eben daran gewöhnen, Differenzierungen bei den verschiedenen Wesenheiten vorauszusetzen. Eine genauere okkulte Einsicht zeigt das ja ganz klar. Wir haben also vorläufig in einem höheren devachanischen Gebiete zunächst nur die Gruppenseelen der Mineralien zu finden. So haben wir die einzelnen Wesenheiten der verschiedenen Naturreiche in ihren Beziehungen zu den höheren Welten angeführt, und erst das kann uns die Grundlage geben, um die Verhältnisse dieser verschiedenen Naturreiche zu suchen zu den schaffenden und in der Welt wirkenden Wesenheiten der Hierarchien, wie wir sie kennengelernt haben.

[ 23 ] All of this takes place within those entities that underlie the mineral kingdom as its astral body and which we find in the devachanic world. The true Self, the real Group-Self of the mineral kingdom, is to be found in a higher world, which we shall call the higher Devachanic world. It is here alone that the Group-Selves of the mineral kingdom are found. For you must completely free yourselves from the mental image of identifying that which we call, say, the astral body of a being with the astral world. In the case of minerals, the astral body is to be found on the Devachanic plane, whereas the etheric body of minerals is in the astral world; the group-I of animals is on the astral plane, and the astral body of animals is on the physical plane. As the world presents itself to us, we must say: We must not identify what we find in the beings as the individual members with the corresponding worlds, but rather we must accustom ourselves to assuming distinctions among the various beings. A more precise occult insight shows this quite clearly. Thus, for the time being, we find only the group souls of the minerals in a higher devachanic region. In this way, we have outlined the individual beings of the various kingdoms of nature in their relationships to the higher worlds, and only this can provide us with the foundation for investigating the relationships of these various kingdoms of nature to the creative beings of the hierarchies who act in the world, as we have come to know them.